heat stress-at-the-workplace ©diego_cervo - iStockphoto

Heat stress in the workplace

Wenn draußen die Temperaturen Spitzenwerte erreichen, macht die Wärme auch vor dem Büro nicht halt. Aber müssen Arbeitnehmer jede Temperatur ertragen? Wann muss der Arbeitgeber eingreifen? Und was sind die effektivsten Maßnahmen gegen den Hitzestress im Büro?

Handlungsbedarf für den Arbeitgeber

Zeigt das Thermometer am Arbeitsplatz Temperaturen von 26 Grad und mehr an, sollte der Arbeitgeber etwas tun. Bis 30 Grad sind Arbeitnehmer grundsätzlich weiterhin zur Erbringung ihrer Arbeitsleistung verpflichtet. Natürlich gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für Schwangere. Sie dürfen laut Mutterschutzgesetz nicht den „schädlichen Einwirkungen von Hitze“ ausgesetzt sein. Bei für Mutter und Kind unzumutbaren Temperaturen können sie durch ein ärztliches Attest frei gestellt werden.

Gegen Hitze im Büro kann der Chef zum Beispiel Getränke zur Verfügung stellen, vorübergehend Gleitzeit einführen oder die Kleiderordnung lockern. Aber auch eine effektive Steuerung des Sonnenschutzes und der Lüftungseinrichtungen können die körperliche Belastung lindern. Sind bei über 26 Grad schwere körperliche Arbeiten zu verrichten, müssen vom Arbeitgeber darüber hinaus weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber aufgrund der von ihm ergriffenen Maßnahmen davon ausgehen können, dass eine Gesundheitsgefährdung der Arbeitnehmer ausgeschlossen ist.

Der Hitze im Büro entgegenwirken

Damit es gar nicht erst so heiß wird, können Arbeitnehmer aber auch selbst etwas tun. Falls Dein Arbeitsplatz nicht über den kühlenden Luxus einer Klimaanlage verfügt – gibt es zum Glück auch ein paar Alternativen, Körper und Geist bei hohen Außentemperaturen runter zu kühlen.

Früher arbeiten

Bei einer Gleitzeitregelung empfiehlt es sich möglichst früh morgens mit der Arbeit zu beginnen, wenn es noch nicht so heiß ist. So kannst Du früher wieder gehen, wenn die Temperaturen den Höchststand erreichen. Solltest Du über einen deutlich kühleren Heimarbeitsplatz verfügen, ist ein Tag im Home Office natürlich auch hilfreich. In jedem Fall solltest Du unbedingt mehr Pausen als sonst einlegen.

Luftige Kleidung

Passe Deine Kleidung den Temperaturen an und trage luftige, helle und atmungsaktive Klamotten. So gibt es keinen Hitzestau am Körper. Wenn möglich solltest Du verschwitzte nasse Kleidung auch gegen neue trockene austauschen. Einige Arbeitgeber bieten sogar die Möglichkeiten, sich nach einer erfrischenden Dusche neu einzukleiden.

Viel Flüssigkeit

Trinke unbedingt ausreichend. Im Idealfall Wasser oder andere ungesüßte Getränke. Kaffee dagegen ist nicht zu empfehlen, da dieser noch zusätzlich die Schweißproduktion anregt. Aus der Faustregel täglich rund zwei Liter Wasser zu trinken, wird an heißen Tagen drei Liter pro Tag.

Kühlendes Wasser auf der Haut

Kühle Dich zwischendurch ab, indem Du Deine Hände unter fließendes kaltes Wasser hältst. Für eine ähnlich erfrischende Wirkung kann auch ein kleines Handtuch mit kaltem Wasser sorgen. Einfach gut durchspülen, auswringen und sich als Rolle in den Nacken legen.

Füße erfrischen

Wenn es die Kleiderordnung in Deinem Job zulässt, können Flip-Flops die Hitze an Deinen Füßen schon um einiges reduzieren. Auch ein kleiner kalter Pool unter dem Schreibtisch kann, falls erlaubt, für den benötigen Frische-Kick sorgen.

Leichtes für den Magen

Belaste Deinen Kreislauf nicht zusätzlich mit schweren Speisen. Du solltest tagsüber lieber frische Salate, Obst und Gemüse auf den Speiseplan nehmen.

Richtig lüften

Um die Temperatur zu senken, solltest Du morgens stoßlüften und ab Mittag die Fenster geschlossen halten und ,wenn möglich,  mit Jalousien oder Vorhängen abdunkeln. Auch bei Klimaanlagen ist Vorsicht geboten: Wenn der Unterschied zwischen Raum- und Außentemperatur zu hoch wird, droht Erkältungsgefahr.

Der Ventilator

Wenn in deinem Büro keine Klimaanlage vorhanden ist, verrichtet ein Ventilator recht gute Dienste und macht die Hitze zumindest erträglicher. Allerdings solltest Du darauf achten, den Luftstrom richtig auszurichten. Streicht der Luftstrom regelmäßig über die schweißnasse Stirn, kann das zu Kopfschmerzen oder einer Erkältung führen. Besser ist es, den Ventilator auf den Oberkörper zu richten.