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Wie Du Konflikte in der Beziehung lösen kannst

Wir alle kennen es. Eine Beziehung ist vor allem am Anfang das Schönste, was es auf dieser Welt gibt. Wir sind so verliebt, die Schmetterlinge im Bauch spielen verrückt und wir würden bis ans Ende der Welt reisen, um das zu besorgen, was der Partner gerade braucht. Wir würden alles tun! Das ist die Zeit des Verliebtseins. Die Honey Moon Phase. Die Zeit mit der rosaroten Brille. Man kennt die Sprüche. Doch warum prophezeien wir uns schon zu Beginn, dass es nicht immer so sein wird? Wieso malt uns unser Umfeld schon jetzt den Teufel an die Wand?

Klar! Lasst uns realistisch bleiben. Das Leben ist ein Auf und Ab. Wir alle gehen mal durch Krisen, egal ob es die Karriere, die Finanzen, die eigene Gesundheit oder Beziehungen betrifft. Das ist so normal wie der Herzrhythmus, der ein Auf und Ab darstellt. Dieser Rhythmus lehrt uns: Eine gerade Linie ohne Auf und Ab bedeutet, das wir tot sind.

Auf & Ab / Gefahr & Chance

Und deshalb haben die Chinesen ein Zeichen für das Wort Krise entwickelt, das aus zwei Pinselstrichen besteht – ein Pinselstrich steht für die Gefahr und ein Pinselstrich steht für die Chance. Und so ist auch jede Krise zu betrachten! In einer Krise musst Du Dir der Gefahr bewusst sein, aber ebenso die Chance erkennen.

Der frühere Präsident der amerikanischen Staaten, Richard M. Nixon, meinte einst:

„Unter anderem repräsentiert eine Krise die Gelegenheit, weiter in die Weisheit zu wachsen. Wenn Sie jeder Krise mit dieser Haltung begegnen, dann werden Sie in jeder Situation die Chance sehen und ihren Vorteil aus ihr ziehen. Diese Haltung schafft den mentalen Zustand, dass Sie weiter wachsen.“

Nixon musste ein Fachmann in der Erkennung von Gefahren gewesen sein, aber auch von Chancen. Und er besaß beides: Weisheit und mentale Stärke.

Jeder hat Probleme, insbesondere in Beziehungen, die dann enormen Stress auf Körper und Geist auswirken können. Manchmal führt dieser Stress dazu, dass wir voreilige Entscheidungen treffen und das kann für eine Beziehung verheerende Folgen haben. Deshalb stelle ich im Folgenden ein Modell vor, das uns Konflikte in einer Partnerschaft zunächst besser verstehen lässt.

Denn wenn man versteht, was passiert, kann man seine Perspektive ändern und etwas dagegen unternehmen. Man bricht quasi aus dem Teufelskreis aus, denn das folgende Konfliktmodell ist tatsächlich ein Teufelskreis, wenn man nicht aktiv sich dafür entscheidet, dem ganzen ein Ende zu bereiten.

Das DVVV Modell

Schauen wir uns dieses Modell bei einem Beispiel-Pärchen (Sandra & Peter) an:

Direkte Kritik

Direkt bedeutet, dass man oftmals nicht das Verhalten einer Person kritisiert, sondern die Person selbst. Beispielsweise sagt Sandra zu Peter: „Du bist zu spät!“ Mit „Du bist …“ greift sie Peter in seiner Person direkt an. Eigentlich ist Sandra über die Verspätung verärgert, weil sie ein Essen vorbereitet hat, in das sie sehr viel Zeit und Vorbereitung gesteckt hat. Leider wurde es dann kalt, da Peter erst später nach Hause kam.

Was passiert: Sandra ist sauer! Aber nicht auf Peter. Denn sie liebt Peter. Sie ist aufgrund seines Verhaltens sauer – sie ist sauer auf die Verspätung. Doch anstatt das anzusprechen geht sie auf Peter los. Natürlich! Weil Peter in diesem Moment die Verspätung darstellt. Und was passiert? Sandra ist so sauer, dass sie verallgemeinert: „Du bist IMMER zu spät!“ Wenn man mal kurz inne hält und logisch überlegt, dann kann man sich schon denken, dass Peter nicht immer zu spät ist. Vielleicht oft, aber nicht immer! Doch Peter lässt sich das natürlich nicht gefallen! Er verteidigt sich!

Verteidigung

Teilweise schon ganz automatisch verteidigt sich Peter nach diesem Vorwurf! Indem er sagt, dass er nicht schuld ist, sondern sein Freund Joe ihn noch aufgehalten hat um ihn vom Streit seines Nachbarn zu erzählen. Peter wollte doch eigentlich schon gehen und interessiert sich wirklich nicht für den Streit anderer Menschen, die er gar nicht kennt. Also versucht Peter sich zu erklären und zu rechtfertigen, doch Sandra interessiert sich nicht dafür.

Dann reicht es ihm und er brüllt Sandra an: „Wir sind doch auch IMMER zu spät wenn wir bei unseren Freunden eingeladen sind, weil DU immer so lange brauchst, um dich fertig zu machen!“ Peter kontert mit direkter Kritik. 
 Aber Achtung. Wenn sich Peter verteidigt, dann ist noch Hoffnung, denn das ist eine Beziehungskrise im Anfangsstadium.

Verabscheuung

Wenn es zur dritten Stufe kommt, der Verabscheuung, dann sollte man langsam aber sicher wirklich mal etwas unternehmen. Denn da ist es kein äußerer Kampf mehr, sondern ein innerer. Man sieht die Verabscheuung und die Distanzierung voneinander nicht mehr eindeutig. Wie ein Virus, der unerkannt in der Beziehung schlummert und sich langsam ausbreitet. Und deshalb gilt es hier, aufmerksam zu sein und die Zeichen (Symptome) wahrzunehmen.

Was zum Beispiel passieren kann, ist das Peter wieder mal zu spät nach Hause kommt. Sandra beginnt, sich darüber aufzuregen und Peter ist es egal. Das einzige, das man bei genauer Betrachtung sehen kann, ist ein kurzes Rollen mit den Augen und ein Verziehen der Miene. Und diese Phase ist oft dicht gefolgt von der Distanzierung oder auch der…

Vermeidung

Denn kurz nach dem Augenrollen und dem Ignorieren verlässt dann Peter gerne mal den Raum. Er führt keine Gespräche mehr und er interessiert sich für nichts mehr, was Sandra von sich gibt. Egal ob es eine Geschichte über ihren Tag ist oder direkte Kritik an Peter. Peter hat in diesem Fall sich schon komplett zugemauert und Sandra kann ihn nicht mehr erreichen. Das kann natürlich auch genauso gut anders herum passieren. Dadurch, dass Frauen aber mit einer sehr emotionalen Energie veranlagt sind, ist der Mann oftmals sehr schnell überfordert und schottet sich deshalb eher ab als die Frau.

Was also tun? Wie kann man diese Phasen verlassen?

Nun, erstmal ist es gut, dass man diese Phasen kennt. Denn so kann man sie schneller erkennen und das ist der erste Schritt aus diesem Muster. Jetzt gilt es, dem Partner das zu geben, was er offensichtlich in diesem Moment nicht hat.

Irgendein Bedürfnis ist gerade nicht gedeckt. Aufmerksamkeit, körperliche Nähe, Sexualität, generell gemeinsame Zeit, Dankbarkeit. Ganz egal, was es ist, wenn du dich im DVVV Modell wieder erkennst, dann hast du nun die Aufgabe, Deinen Partner so zu lieben, dass es auch bei ihm/ ihr ankommt.

Also finde heraus, wie es ankommt. Stelle die Frage, die nur wenige in ihrer Beziehung stellen: „Was muss passieren, damit du dich geliebt fühlst?“

love

Eine Frage, die den Fokus auf Deinen Partner richtet und ihm/ ihr die Möglichkeit gibt, sich in seinem/ ihrem Raum, den er/ sie kennt und in dem er/ sie sich wohl fühlt, auszubreiten.

Denn ein Ort, in dem man sich wohl fühlt und in dem man sich geliebt fühlt, lässt keinen Raum für Stress zu.


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Stefan C Müller

stefan-mueller

Ich bin Beziehungs- und Emotionscoach und Speaker mit dem Schwerpunkt Beziehungen. Insbesondere Fernbeziehungen. Meiner Meinung nach ist es möglich, jede Beziehung zu transformieren, wenn man es verstanden hat, wirklich zu lieben. Fakt ist, dass ich mich schon seit mehreren Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung und der Psychologie des Menschen auseinandersetze. Grund dafür sind die zahlreichen Konflikte, die ich seit fast 8 Jahren in der Ehe meiner Eltern miterleben musste. Deshalb ist bei mir ein innerer Drang entstanden, dieses Wissen weiterzugeben und anderen Menschen dabei zu helfen, ihre Beziehung zu retten oder gar zu transformieren.

Der Grund, warum ich das mache, ist ganz einfach: Wenn es mir gelingt, dass Andere durch meine Tipps und Strategien es schaffen, ihre Beziehung zu retten oder gar zu transformieren, dann ist das für mich die höchste Form der Anerkennung. Also schreibt mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder Facebook und wir bringen Deine Beziehung auf ein neues Level.

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