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Digital Detox Challenge: Ein Erfahrungsbericht

Wusstest Du, dass Ringxiety das Handyklingeln ist, das gehört wird, obwohl es nicht da ist? 

In Zeiten, in den Paare sich im Restaurant bisweilen nichts mehr zu sagen haben, weil zwei blinkende Bildschirme sie komplett in Beschlag nehmen und Begriffe wie „Digitaler Burnout“ die Runde machen, kommt diese Herausforderung gerade richtig!

4 Wochen Digital Detox Challenge liegen hinter mir. Die lieben Kolleg*innen von Camp Breakout, dem Ferienlager für Erwachsene, haben sich ins Zeug geschmissen, um Teilnehmenden Raum für das eigene digitale Nutzungsverhalten zu geben. Mit Workbook ausgestattet legte ich los, um genauer hinzuschauen:

  • Wieviel Zeit des Tages verbringe ich mit digitalen Medien?
  • Wie beeinflusst mein Nutzungsverhalten meinen Alltag?
  • Wie erlebe ich digitalfreie Zeiten?

Tracking & ehrliche Selbstreflexion

Da ich kein Smartphone besitze, habe ich mich für den Zeitraum der 4 Wochen auf den Laptop und das iPad konzentriert. Denn das alte Samsung ist täglich eher unterdurchschnittlich häufigen Entsperrungen ausgesetzt und daher nicht der Rede wert.

Relativ zügig, als ich die schonungslosen Fragen meiner Kolleg*innen las, fiel mir auf, wie gnadenlos ehrlich ich mit mir ins Gericht gehen müsste; uns belügen, da sind wir für gewöhnlich wahre Meister*innen drin! Also gut, in den Spiegel geschaut!

Eine der ersten Aufgaben war es, die positiven Aspekte zu notieren, die wir an unseren digitalen Geräten erkennen können. Spontan fielen mir vor allem die Vernetzung ein mit anderen Menschen und die Möglichkeit, sich Infos zu holen. Für meinen Bereich, in dem sich beruflich und privat nicht sonderlich unterscheiden, heißt das konkret:
Selbstfürsorge und Selbstliebe-Impulse, Achtsamkeit, vegane Rezept-Anregungen.

Als kritisch sehe ich an digitalen Momenten, vor allem abends dauernd das Zeitgefühl zu verlieren und wie hypnotisiert zu sein von dem Bildschirm. Mir endlos den neuesten Klatsch über Jailey aka Justin und Hailey reinzuziehen, anstatt endlich schlafen zu gehen.

Fotografie & Instagram

Spannend zu beobachten, waren die zwischenmenschlichen Beziehungen. Bei Leuten, die nicht auf Social Media unterwegs sind, verspüre ich regelmäßig einen Druck, mich zu rechtfertigen à la: „Ich weiß, es ist nicht lebensnotwendig, aber ein Bild müsste ich nochmal kurz machen. Die Sukkulenten neben dem Joghurt sehen gerade so passend aus. Ist ja fürs Business, meine Marke will bespielt werden.“

Tatsächlich fehlen mir unterwegs digitale Geräte nicht im Sinne dessen, nicht erreichbar zu sein. Eher aus ästhetischer Sicht. Ich fotografiere seit jeher liebend gern und jetzt eben in Bezug auf Instagram. Horror, wenn da die perfekte Blume auf der Bildfläche erscheint und kein Gerät zur Hand ist.

Was mir auch aufgefallen ist und wo ich nervös werde nach einem Bild-Upload ist, dass mir offenbar Likes nicht so wichtig sind wie Kommentare. Es schwingt aus alten Glaubensmustern, kritisiert zu werden, immer etwas die Angst mit, jemand könnte sich lustig machen oder mich abwerten.

Learnings aus 4 Wochen Digital Detox Challenge

Was hat sich getan?

1. Abendessen ohne Medien genießen

In den letzten Monaten hat sich eingeschlichen, vor dem Laptop zu essen, Ellen DeGeneres zu schauen oder Serien. Mit der Challenge hatte ich das Ziel gesetzt, zunächst 4 von 7 Abendessen / Woche ohne digitale Geräte zu verbringen.

Ich konnte richtig SPÜREN, wie laaaaangweilig mir die ersten Male war. Die Mahlzeiten zogen sich gefühlte Jahrhunderte. Ganz schlimm war es bei Suppen, bei denen das Löffeln Äonen betrug.
Mit der Zeit habe ich länger wieder gekaut und konnte die Gedanken schweifen lassen, schmeckte das Essen wahrhaftiger. Es war auch gut, festzulegen, wie lange ich online verbringen möchte. Wenn es 6 war und ich noch nicht durch war mit meinen „Recherchen“, wurde trotzdem abgeschaltet und Abendessen gekocht, maximal mit ein bisschen Hintergrundmusik oder einem Podcast.

2. Digital ausmisten

Brachliegende Kontakte aus dem Handy und E-Mails gelöscht, Newsletter abbestellt. Sortiert, geschoben, entfernt. Du solltest meinen Desktop jetzt sehen! Vom Naturell bin ich ein absoluter Desktop-Messi und eine Download-Ordner-Vermüllerin. Was für eine Entlastung, sich wenige Ordner (im Konkreten: 10) zu entwerfen und die Inhalte knallhart aussortieren. Der Papierkorb war ON FIRE und die Seele hat aufgeatmet!

3. Vorm Schlafen lesen

John Irving geht immer! Zumindest war es so vor Instagram. Also vor ca. 11 Jahren. Seitdem kommt es nur noch selten vor, dass ich mich abends für ein Buch entscheide. Bisweilen schlägt sich das auf den Schlaf nieder.

lesen

Während der Challenge holte ich wieder häufiger Bücher hervor und Zeitschriften, die ich vor Ewigkeiten einmal angefangen hatte. Was den Vorteil barg, diese anschließend auch gleich aussortieren zu können. Alte Fotoalben wurden ebenfalls gewälzt. Total viel Zeit hatte ich plötzlich abends!

4. Ohne digitale Geräte raus

Mein Nutzungsverhalten ist am Wochenende weniger ausgeprägt als während der Woche. Vermutlich, weil ich hier hauptsächlich Zeit mit lieben Menschen verbringe und werktags vor allem fürs Business am Laptop sitze. Dadurch genieße ich die Momente enorm, in denen der Schnee auf der Nase tanzt oder der See glitzert, wenn die Sonne drauf fällt. Einfach spazieren zu gehen ohne digitale Geräte und demnach ohne im Kopf zu haben, das perfekte Instabild zu verpassen. Daran möchte ich gern arbeiten und nehme mir ganz konkret vor, mich weniger zu stressen deswegen.

Hierzu gehört auch, bei Verabredungen das Handy in der Tasche zu lassen. Ich persönlich mache das immer und es stresst mich enorm, wenn Freunde nebenbei ihre Handys bedienen. Als Erfolg verbuche ich, sie u.a. gebeten zu haben, das Handy während des Essens vom Tisch zu nehmen.

Was ich vorher schon tat und was sich bewehrte, ist, das Handy einfach gleich morgens aus zu lassen. In der Nacht ist es stets off und so mache ich mir am Wochenende manchmal gar nicht die Mühe, es überhaupt einzuschalten. Dadurch wird man nicht durch Piepen gestört, es köööööööönnte ja wichtig sein.

5. Brief schreiben

Mit der Hand, Papier anfassen, die eigene Schrift beobachten, wie die Buchstaben über die Kästchen fliegen und wie Gedanken zu Worten werden. Zu einer Geschichte, einer Beschreibung. Während der Challenge habe ich einen Brief an meine Oma geschrieben, vier Seiten lang.

Das war befreiend und ordnend. Sie hatte mir vorher geschrieben und mich u.a. zu ihrem 80. Geburtstag eingeladen. Auf diese Weise zu antworten, bedeutete auch Hingabe anstatt einfach anzurufen und zuzusagen.

Fazit: Ohne Verbindung ist die Verbindung besser

Mediennutzung sehe ich für mich persönlich nach wie vor häufig auch als Belohnung. Halbe Stunde länger Instagram scrollen, kommentieren, Herzchen verteilen, wenn ich den ganzen Tag oder das ganze Wochenende über offline war. Die Spannung steigt, wer hat was veröffentlicht, wer hat was zu berichten?

Gezielte Inhalte sind zentral. Es kommt nicht vor, dass ich aus „Langeweile“ online gehe. Gezielt bedeutet hier:

  • für eine Problemlösung
  • zur Entspannung
  • zur Information über ein bestimmtes Thema
  • um für mein Business zu kreieren und interagieren

In öffentlichen Verkehrsmittel sehe ich, wie viele Menschen komplett in ihrer Welt scheinen, tippen, spielen, Ohrstecker rein. Wenn ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin, fahre ich sehr gerne U-Bahn. Schaue mich um, schaue vor mich her, schwelge in Gedanken, nutze die Zeit, um zu lesen.

Mir wurde in der Challenge wieder bewusster, WARUM ich das tue.

Achtsam durchs Leben zu gehen und Momente im JETZT wahrzunehmen, sind mit die wichtigsten Grundpfeiler für mich. Ich möchte das Leben wirklich LEBEN, viel mitbekommen anstatt blauen Bildschirmen zu gehorchen und Nebendarstellerin zu sein.

Digitale Balance

Fakt ist, es geht nicht um Verbote, Verteufelung und Verzichte, sondern um digitale Balance. Mehr Zeit, weniger Stress, mehr Natur wahrnehmen, auf die Sinne vertrauen. Uns Leben nicht diktieren lassen, sondern das Ruder selbst in die Hand nehmen.

Wie stehts um Dein Nutzungsverhalten? Stresst Dein Smartphone Dich oder hast Du alles im Blick? 


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Jenny Kobi

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Wer wärst Du, wenn Du sein könntest, wer Du schon bist?
Was nährt Deine Seele?
Wie kannst Du ein Leben kreieren, das Deinen Bedürfnissen entspricht; Dich träumen, wachsen, ankommen lässt?

Als Friedenskriegerin und Gesundheitscoach stehe ich im Dienste der Hingabe: Für Deine Selbstfürsorge – Dich gut um Deine Seele zu kümmern. Um Stress und Erschöpfung liebevoll zu begegnen und für Deine Werte einzustehen. 
Ein leichtes, selbstbestimmtes Leben wird möglich!

Im Seelenwind Coaching übertrage ich Menschen deren Selbstverantwortung zurück – mit Fokus & Gelassenheit. Die Komponenten Authentizität, Körperachtsamkeit und heilsame Kommunikation werden begreifbar gemacht. Herzzentrierung gepaart mit Humor.

Spüre Deine Wahrheit!

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