Gastbeitrag

Unterbewusstsein & Stress – Programmiere Dich stressfrei

5 Min. Lesezeit Aktualisiert am
Person in tiefer Meditation – Unterbewusstsein und Stress neu programmieren für ein stressfreies Leben

Hast Du keine Lust mehr auf ein stressiges Leben? Willst Du glücklich, gesund und frei durch dein Leben gehen? Dann ist dieser Artikel genau richtig für Dich. Volkstümlich wird von Stress gesprochen, wenn wir in der Arbeit viel zu tun haben, von A nach B hetzen oder einfach mit den Aufgaben überfordert sind. Wir sind jedoch viel öfter gestresst, als wir denken.

Vielleicht kennst Du es, dass Du manchmal einfach sauer wirst, wenn Dein Partner etwas Bestimmtes sagt oder tut? Jemand kritisiert Dich und Du fühlst Dich wie erstarrt und weißt gar nicht mehr, was Du sagen oder tun kannst? Oder Du machst Dir Sorgen über Deine Zukunft, möchtest vielleicht einfach alles in Deinem Leben stehen und liegen lassen und einfach davon laufen?

Auch dies sind Momente des Stresses, in denen ganz elementare Stressreaktionen bei uns ausgelöst werden. Man kann den Hormonanstieg von Adrenalin und Kortisol in unserem Körper feststellen, es kommt zu physiologischen Veränderungen wie erhöhte Herzfrequenz, schnellerer Atem und einer typischen automatischen Stressreaktion: Fight – Flight – Freeze.

Und wenn Du mal überlegst, dann gibt es diese Momente ziemlich oft in unserem Leben. Da bekanntlich viel Stress nicht förderlich für unsere Gesundheit ist, wäre es sinnvoll, ein stressfreieres Leben zu führen und diese Momente zu minimieren. Doch wie geht das?

Wie kommt es, dass wir uns in diesen Momenten stressen, obwohl es keine echte Gefahr gibt?

Welche Momente bei Dir Stress auslösen, hängt ganz von Dir ab. Denn was Dein Gehirn als Stressauslöser abgespeichert hat, das wird definiert durch Deine DNA und Deine erlernten Verknüpfungen im Gehirn. Und das reicht vom Tiger, der vor Dir steht, bis hin zu einer Kritik, die Du hörst.

“Die Ursache für Stress liegt in der Einstellung jedes Einzelnen” Dalai Lama.

Wie das Zitat von Dalai Lama so schön sagt, ist Stress eine total individuelle Erfahrung. Was dabei die individuelle Komponente darstellt, ist die eigene Bewertung der Situation. Man unterscheidet grob in folgende Stressauslöser:

  • äußere Umstände (Geräusche, Lärm)
  • negative Gefühle (Angst)
  • Worte einer Person (Kritik oder Vorwürfe)
  • unsere Gedanken (Sorgen)
  • Wahrnehmungen (einer schlimmen Situation, z.B. bei einem Horrorfilm)
  • Erinnerungen (an belastende Erlebnisse)

Auf diesen Auslöser reagiert man dann. Wichtig ist hier natürlich die eigene Bewertung, denn für den einen mag ein Geräusch Stress auslösen, für den anderen nicht. Die Bewertung ist ein automatisierter Vorgang – es werden bestimmte „Schaltungen” in unserem Gehirn aktiviert, die uns automatisch in einen Stresszustand versetzen.

Wie haben sich diese Stressmuster gebildet?

Die Ursache unserer Bewertung liegt in unseren neuronalen Mustern im Gehirn. Sie sind durch unsere Gene und unsere Erfahrungen entstanden. Als kleines Kind oder als Baby nehmen wir die Welt ganz ungefiltert wahr. Alles, was wir sehen und hören, geht ungefiltert in unser Unterbewusstsein und baut dort unsere Muster auf, die unser späteres Leben bestimmen.

Ein Muster könnte zum Beispiel sein: Kritik ist eine Bedrohung – vielleicht werde ich dann nicht mehr geliebt und bin alleine. Somit hat dein Gehirn Kritik als „Gefahr” kategorisiert. Ähnlich wie bei den Höhlenmenschen der Tiger, der unsere Ur-Stressreaktion hervorruft. Dein Tiger hier ist nur Deine Angst vor dem Alleinsein, die durch Kritik hervorgerufen wird.

Und so hast Du ganz viele dieser Muster und Vernetzungen in Deinem Gehirn. Sie haben sich schon sehr früh geformt. Es gibt auch einige dieser Muster, die Du schon in Deiner DNA mit Dir trägst und die Du von Ahnen übernommen hast.

dna

Warum reichen Vernunft und guter Wille allein nicht aus?

Viele Menschen versuchen, mit reiner Willenskraft oder rationalen Überlegungen weniger zu stressen. Das klappt oft nur kurzfristig – denn die tief verankerten Muster im Unterbewusstsein laufen schneller ab, als unser bewusstes Denken sie aufhalten kann. Erst wenn wir die unbewusste Ebene ansprechen, entstehen nachhaltige Veränderungen.

Was können wir nun dagegen tun?

Die gute Nachricht ist: Wir können diese mentalen Programme, die wie eine Software in unserem Gehirn laufen, aufdecken und neu programmieren. Dafür brauchst Du einfach etwas Zeit und Motivation – oder einen guten Coach, mit dem das oft etwas schneller gehen kann.

1. Schritt: Erkenne Deine Stressauslöser

Zuerst ist es wichtig zu erkennen, welche Momente, Situationen und Gedanken Dich stressen. Überlege einfach mal, in welchen Situationen Du in letzter Zeit ein Gefühl des Unwohlseins gespürt hast. Vielleicht ein Ziehen im Bauch, vielleicht Herzrasen. Und was hat Dir in dieser Situation nicht gefallen? Was ist passiert?

Lass uns als Beispiel eine Situation nehmen, in der Dein Chef Dich kritisiert hat. Schreibe diese Situation so konkret wie möglich auf – das hilft Dir, sie im nächsten Schritt besser zu analysieren.

2. Schritt: Entdecke Deine inneren Muster

Nun ist es wichtig zu verstehen, wieso gerade diese Situationen Dich stressen. Es geht ja schließlich nicht jedem so. Überlege Dir dafür doch einmal, was Du alles über diese Situation denkst. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könnten dies Sätze sein wie: „Wenn man kritisiert wird, dann ist man schlecht … wenn man schlecht ist, dann mag einen keiner mehr … wenn einen keiner mehr mag, wird man irgendwann ganz alleine sein.” Das sind Deine unterbewussten Programmierungen.

Oft reicht es schon, diese Gedankenkette aufzuschreiben, um zu erkennen, wie weit entfernt sie von der Realität ist. Allein dieses Bewusstsein kann die automatische Stressreaktion abschwächen.

3. Schritt: Programmiere Dich neu

Sobald Du Deine Muster und Programme erkannt hast, kannst Du sie neu schreiben. Das braucht Ausdauer und viele Wiederholungen. Denn wie eine Rille in einer Schallplatte, die immer wieder die gleiche „Leier” fährt, so hast auch Du diese tiefen neuronalen Muster. Und um ein neues Muster – eine neue Rille – zu erschaffen, braucht es viel Übung.

Mögliche Neuprogrammierungen:

  • Dein neues Programm ganz oft aufsagen. Zum Beispiel kannst Du es für Dich selbst so oft es geht wiederholen: „Ich bin gut so wie ich bin und werde geliebt” – bzw. einen Satz, der für Dein Muster passend ist.
  • Neue Glaubenssätze aufschreiben oder auf ein Tonband sprechen. Das Gehirn lernt durch Wiederholung – je öfter Du den neuen Satz hörst oder liest, desto tiefer verankert er sich.
  • Ich persönlich liebe es, noch eine Spur tiefer zu gehen und direkt mit dem Unterbewusstsein in Kontakt zu treten. Das klappt ganz super in einer tiefen Entspannungssituation, wie einer tiefen Meditation, Trance oder kurz vor dem Einschlafen. Dort gehen diese neuen Muster direkt in unser Unterbewusstsein und wir verankern sie dort etwas schneller.

Und so kannst Du Dir selbst Dein neues, stressfreies Leben programmieren und den ersten Schritt zu einem glücklichen und gesunden Leben gehen.

Häufige Fragen

Was hat das Unterbewusstsein mit Stress zu tun?

Im Unterbewusstsein sind neuronale Muster gespeichert, die automatisch Stressreaktionen auslösen – zum Beispiel wenn wir Kritik als Bedrohung wahrnehmen. Diese Muster entstehen schon in der frühen Kindheit und laufen unbewusst ab.

Wie entstehen Stressmuster im Gehirn?

Stressmuster bilden sich durch Gene und frühkindliche Erfahrungen. Als Kinder nehmen wir die Welt ungefiltert wahr, und alles, was wir erleben, prägt unbewusst unsere Bewertungsmuster für spätere Situationen.

Wie kann ich mich von Stress-Programmierungen befreien?

In drei Schritten: Zuerst erkennst Du Deine Stressauslöser, dann entdeckst Du die dahinterliegenden inneren Muster, und schließlich programmierst Du diese durch Wiederholung neuer Glaubenssätze oder tiefe Meditation neu.

Welche Stressauslöser gibt es laut diesem Artikel?

Zu den wichtigsten Stressauslösern zählen äußere Umstände wie Lärm, negative Gefühle, Worte anderer Menschen, eigene Gedanken und Sorgen, Wahrnehmungen sowie belastende Erinnerungen.

Hilft Meditation dabei, das Unterbewusstsein neu zu programmieren?

Ja. In tiefer Entspannung – etwa durch Meditation, Trance oder kurz vor dem Einschlafen – lassen sich neue Muster besonders effektiv im Unterbewusstsein verankern, weil der kritische Verstand weniger aktiv ist.

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