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Kann Stress Engel und Teufel sein?

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass wir von Stress meist im negativen Sinn sprechen? Dabei wird aber immer wieder auch vom positiven Stress, sogenannten Eustress („Eu“, griech. = gut) gesprochen. Beispiele für Eustress sollen Ereignisse wie eine Hochzeit, die Vorfreude auf ein bevorstehendes Ereignis oder Sport sein.

Auf der anderen Seite wird vom negativen Stress oder auch Distress gesprochen („dis“, lat. = schlecht, lateinisch). Beispiele dafür wären in der heutigen Gesellschaft die Dauererreichbarkeit oder Überforderung durch die Digitalisierung. Aber auch unsichere Arbeitsverhältnisse, Zukunftsängste oder Überbelastungen durch z.B. Kind und Beruf erzeugen Distress.

Ist das aber wirklich so? Und was heißt das für uns? Ist diese Unterscheidung zeitgemäß? Sollte man „Distress“ reduzieren und „Eustress“ möglichst erhöhen? Macht nur der „Distress“ krank und der „Eustress“ gesund?

Zunächst ist zu sagen, dass Stress immer individuell ist. Sowohl die Faktoren, die Stress auslösen (Stressoren), als auch die Stressempfindungen bzw. die Stressreaktionen. Jeder nimmt die Dinge unterschiedlich wahr und bewertet sie anders. Dementsprechend gibt es Faktoren, die für den Einen positiven für den Anderen negativen Stress bedeuten.

Die Unterschiede

Mit dem wahrgenommenen positiven oder negativen Stress gehen unterschiedliche Gefühle einher. So wird Eustress in der Regel nicht als Belastung empfunden. Gefühle wie Stolz, (Vor-) Freude oder Hingabe und Leidenschaft treten auf. Distress wird hingegen meist als Belastung wahrgenommen. Er kann mit Gefühlen wie Angst, Unsicherheit oder Erschöpfung einhergehen. Man kann also festhalten, dass Stress sich auf der emotionalen / psychischen Ebene durchaus in positiven und negativen Stress unterscheiden lässt.

Anders sieht es dabei hingegen auf der körperlichen oder biochemischen Ebene aus. Dort wird auf der Belastungsseite kaum zwischen Eu- und Distress unterschieden. Es finden dieselben Prozesse im Körper statt, da der Stressor die Produktion verschiedener Hormone (Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol) anregt. Das bedeutet, egal ob ich gerade glücklich und im Stress bin oder unter Anspannung und Druck stehe – die Stresshormone werden ähnlich ausgeschüttet und setzen dem Körper zu – so oder so.

Jedoch kommen beim Eustress noch weitere Hormone wie Serotonin, Endorphin oder Dopamin hinzu, die bei uns Glücksgefühle auslösen und für das Wohlbefinden und ähnliche Gefühle verantwortlich sind. Jedoch wirkt beispielsweise Dopamin auch wieder antreibend. Also auch hier wird die Aktivität im Körper hochgefahren. Natürlich fühlt sich das gut an.

Aber regenerieren werden wir auch hier kaum. Lediglich das Serotonin hilft uns wieder in eine gewisse Regeneration zu kommen. Man kann also festhalten, dass Stress auch Stress bleibt, wenn man ihn auf einer körperlichen und biochemischen Ebene betrachtet. Dauerstress (egal ob auf psychischer/ emotionaler Ebene als positiv oder negativ empfunden) kann unseren Körper schädigen.

Das bedeutet für uns, dass Stress, egal ob wir ihn auf einer emotionalen Ebene als positiv wahrnehmen, dem Körper zusetzt und uns krank machen kann. Lang anhaltende Stresssituationen sollten demnach immer von Entspannungs- & Regenerationsphasen gepuffert werden. Dabei ist es irrelevant, ob der Stress als positiv oder als negativ wahrgenommen wird.

Stress erkennen

Wie finde ich nun aber heraus, was mich stresst und ob ich überhaupt gestresst bin? Was zeigt mir an, ob und wann es überhaupt Sinn macht, Regenerationszeiten einzubauen? Wie wichtig ist es akut für meinen Organismus Regenerationszeiten einzubauen?

Dafür hat die Wissenschaft mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten gefunden. Wir haben zum einen die Option, klassisch über Fragebögen die bestimmte Symptome abfragen, zu erfassen, ob wir subjektiv belastet sind oder nicht. Zu nennen ist hier beispielsweise das Maßlach Burnout Inventory, welches seit Jahrzehnten etabliert ist und den emotionalen Belastungsgrad abfragt.

Auf eine andere Art und Weise versuchen sich medizinische Messverfahren an der Erhebung von Stresssymptomen. Durch die Erhebung verschiedener Parameter kann gezeigt werden, wie gestresst ein Mensch ist. Dafür dienen so genannte Biomarker. Also Stoffe, die in Forschungen gezeigt haben, dass sie sich unter Stressbedingungen auf bestimmte Arten und Weisen verhalten. Beispiele hierfür sind DHEA, Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin oder auch Dopamin.

Mit einer Herzratenvariabilitätsmessung und einem zudem geführten Tagebuch, kann aufgezeigt werden, welche Tätigkeiten einen hohen Belastungsgrad aufzeigen und wo Regenerationsphasen benötigt werden. Wenn Du Dich dafür interessiert, melde Dich gerne bei uns unter hello@modernmind.de.

Ob Stress schädlich ist oder nicht, hängt primär von der Dosis und der Dauer ab – weniger daran, ob er positiv oder negativ ist! In diesem Sinne wünschen wir eine entspannte Zeit und viel Regeneration.


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von modernmind.de

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Stress ist eine Entscheidung. Das belegt die Wissenschaft und die eigene Erfahrung. Aber wie entscheidet man sich richtig? Wir nehmen Dich an die Hand! Individuelle Diagnostik, Trainings und Nachbetreuung – in Einzelcoachings, Kursen oder Beratungsprojekten – Unsere Trainings werden speziell an Dich angepasst!