Dauerstress: Auswirkungen auf den Körper

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Erschöpfte Person am Schreibtisch – Auswirkungen von Dauerstress auf den Körper

Im Job, in sozialen Beziehungen oder sogar in der Freizeit: Stress ist der tägliche Begleiter im Alltag vieler Menschen. Wir erhalten immer mehr Aufgaben und immer mehr Anforderungen. Doch sobald der Stress zur Gewohnheit wird, sollten sämtliche Alarmglocken läuten. Denn die Langzeitfolgen von Dauerstress sollte man nicht unterschätzen.

Was ist Dauerstress?

Dauerstress wird auch als chronischer Stress bezeichnet. Wenn man über eine längere Zeit unter Anspannung steht, kann sich der dauerhafte Zustand negativ auf den Körper auswirken. Zwar ist Stress unter gewissen Umständen hilfreich, um herausfordernde Situationen zu meistern, wie beispielsweise die Prüfungsleistung zu verbessern oder in gefährlichen Situationen zu fliehen oder sich zu verteidigen. Doch die Empfindung von Dauerstress über einen längeren Zeitraum führt zu unerwünschten Folgen für die Gesundheit.

Akuter Stress vs. Dauerstress

Kurzfristiger, akuter Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers und klingt nach dem auslösenden Ereignis wieder ab. Gefährlich wird es, wenn zwischen den Belastungsphasen keine echte Erholung mehr stattfindet und der Körper dauerhaft auf „Alarm” geschaltet bleibt. Genau dann spricht man von Dauerstress – und genau dann beginnen die gesundheitlichen Risiken zu wachsen.

Auswirkungen von Dauerstress auf den Körper

Zunächst sollte man sich bewusst machen, dass jeder ein individuelles Stressempfinden hat. So empfinden Personen Belastungssituationen unterschiedlich stark. Doch früher oder später kann auch stressresistente Personen das Gefühl von Dauerstress langfristig krank machen. Bei der Empfindung von Stress wird eine Vielzahl an Hormonen ausgeschüttet, die vielfältige Symptome hervorrufen können. Dazu zählen Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Sie haben zunächst einen positiven Effekt und helfen dem Organismus bei belastenden Situationen eine gute Leistung zu erbringen. Die übermäßige Produktion über einen längere Dauer schadet allerdings der Gesundheit und hat negative Auswirkungen auf wichtige Teile unseres Körpers.

Gehirn

Dauerstress hat eine Auswirkung auf die Gedächtnisleistung. In jungen Jahren kann langanhaltender Stress die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und nachhaltige Schäden mit sich führen. Auch die ältere Generation bleibt von den Auswirkungen nicht verschont. Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen langanhaltendem Stress und Demenz oder Alzheimer feststellen.

Augen

Nicht nur lange Arbeitstage vor dem Monitor können die Augen belasten. Auch Dauerstress führt zu Problemen, die in Form von Sehstörungen auftreten können. So kommt es bei hoher Belastung unter anderem zu unscharfem sehen, Augenflimmern, Doppelbildern oder sogar einem Gesichtsfeldausfall.

Ohren

Unsere Ohren werden unter dauerhafter Stresseinwirkung ebenso in Mitleidenschaft gezogen. Unangenehme Ohrengeräusche oder auch ein Pfeifen im Ohr, auch bekannt unter dem Begriff Tinnitus, können sich ausbreiten. Je nach Intensität des Stressempfinden, werden die konstanten Geräusche lauter oder leiser.

Herz

Dauerstress schwächt das Herz-Kreislauf-System. Das Herz schlägt schneller und der Blutdruck erhöht sich. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko von Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, unter chronischer Stressbelastung steigt.

Muskulatur

Die Muskulatur wird vom Dauerstress ebenso nicht verschont. Bei Stress sind die Muskeln angespannt und besser durchblutet, was zunächst einen Vorteil in vielen Situationen darstellt. Langfristig kann dies zu Verkrampfungen und Verspannungen führen. Dabei sollte im Blick behalten werden, dass sowohl Nackenverspannungen, als auch Schulterverspannungen oftmals für Kopfschmerzen verantwortlich sind.

Darm

Durch Stress wird die Darmtätigkeit besonders aktiviert. Vor allem Menschen mit Reizdarmsyndrom verspüren bei Stress eine Verschlimmerung der Symptome, die sich in Bauchschmerzen, Verstopfungen oder Durchfall äußern.

Immunsystem

Bei chronischem Stress lässt sich eine Schwächung des Immunsystems verzeichnen. Zu Beginn werden zwar Entzündungen im Körper unterdrückt, doch zu viel Cortisol schwächt die Immunabwehr. Infekte und Wundheilungsstörungen werden begünstigt. Auch Herpes kann als sichtbares Symptom einer Dauerbelastung des Körpers auftreten und auf ein geschwächtes Immunsystem hinweisen.

Dauerstress auf mentaler Ebene

Dauerstress führt auf der psychischen Seite dazu, dass sich negative Glaubenssätze und pessimistische Gedanken im Allgemeinen noch mehr verinnerlichen. Infolge dessen erhöht sich das Risiko an einer Depression zu erkranken. Ein langsam schleichender Burnout kann eine Folge von Dauerstress sein. Zu den ersten Symptomen von Burnout zählen unter anderem Müdigkeit, Erschöpfung und ein allgemeines Überforderungsgefühl, das sich in weiterer Folge mit vielen der bereits genannten körperlichen Symptome zusammenfügt. Gegen ein Burnout sollte frühzeitig vorgegangen werden. Haben sich die körperlichen Symptome bereits angehäuft, zögere nicht einen Arzt aufzusuchen. Weitere Symptome, die sich durch Dauerstress äußern können sind auch:

Was tun bei Dauerstress?

Das Hamsterrad vom chronischen Stress lässt sich oft nicht vermeiden. Wichtig ist das Bewusstsein für seinen eigenen Körper und die durch Dauerstress entstandenen Symptome im Blick zu behalten und dagegen vorzugehen. Prioritäten setzen oder eine Auszeit vom Alltag nehmen und endlich mal abzuschalten, es gibt viele Dinge die in Zuständen langfristiger Belastung helfen. Auch die Aneignung von Entspannungsübungen zur Stressbewältigung reduzieren das Stressempfinden.

Erste Schritte aus dem Dauerstress

Wer merkt, dass sich mehrere der oben genannten Symptome häufen, sollte aktiv gegensteuern. Hilfreich kann es sein, zunächst die eigenen Stressauslöser zu identifizieren und bewusst kleine Erholungspausen in den Alltag zu integrieren. Manchmal reichen schon kurze Atemübungen, ein Spaziergang in der Natur oder das Reduzieren von Bildschirmzeit, um den Cortisolspiegel spürbar zu senken. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist es ratsam, ärztliche oder therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


Text: Alicja Indyk

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Körper bei Dauerstress?

Bei Dauerstress werden dauerhaft Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Das belastet Herz, Immunsystem, Muskeln, Darm, Augen und Gehirn und kann zu ernsthaften Erkrankungen führen.

Wie äußert sich chronischer Stress körperlich?

Typische körperliche Symptome sind Bluthochdruck, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Sehstörungen, Tinnitus, Verdauungsprobleme und ein geschwächtes Immunsystem.

Kann Dauerstress psychische Erkrankungen auslösen?

Ja. Langanhaltender Stress erhöht das Risiko für Depressionen und Burnout. Erste Warnzeichen sind anhaltende Erschöpfung, Müdigkeit und ein Gefühl der Überforderung.

Was hilft gegen Dauerstress?

Prioritäten setzen, regelmäßige Auszeiten einplanen und Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder Meditation sind bewährte Strategien gegen chronischen Stress.

Ab wann wird Stress zum Dauerstress?

Von Dauerstress spricht man, wenn der Körper über einen längeren Zeitraum ohne ausreichende Erholungsphasen unter anhaltender Anspannung steht, sodass die Stresshormone nicht mehr vollständig abgebaut werden können.

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