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Sehstörungen durch Stress

Sie gelten als Fenster zur Seele: Unsere Augen. Und was viele nicht wissen: Auch die Augen können unmittelbar von der Psyche beeinflusst werden. So kann besonders unsere Sehkraft durch psychischen Stress massiv in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn Sehstörungen sind nicht selten eine Folge von Stress. Doch wie hängen Stress und unsere Augen eigentlich zusammen? Und was kann man tun, um Sehstörungen vorzubeugen bzw. Beschwerden zu lindern?

Wie hängen Sehstörungen und Stress zusammen?

Stress ist natürlich nur eine von vielen möglichen Ursachen für eine Sehstörung. Auch andere Faktoren, wie beispielsweise die genetische Disposition oder die Anfälligkeit für Durchblutungsstörungen, spielen eine Rolle.

Viele von uns kennen Augenleiden, wie müde und trockene Augen in Folge eines langen Arbeitstages vor dem Bildschirm. Extremere Beschwerden, wie Augenlidzucken oder schmerzhafte Augenschmerzen, sind oft Begleiterscheinungen von Stress in Form eine Überbeanspruchung und Überlastung der Nerven und Muskeln.

Lässt sich keine körperliche Ursache für die Beschwerden diagnostizieren, spricht man bei den Sehstörungen, die durch die seelische Belastung in Form von Stress entstehen, auch von einer psychosomatischen Störung – einer körperlich-seelischen Wechselwirkungen. Das ist der Fall, wenn die Beschwerden, in diesem Fall eine Sehstörung, keine körperlichen, sondern psychische Ursachen haben. Und so bessern sich auch die Symptome, wenn die dauerhaften Stresssituationen nicht mehr auftreten.

Die verschiedenen Arten von Sehstörungen und deren Symptome

Wie äußern sich Augenprobleme durch Stress? Sehstörungen können mit einer Reihe verschiedenster Symptome einhergehen. Dabei treten die Symptome meist individuell und in unterschiedlichen Formen auf. Oft bleibt es bei harmloseren kurzzeitigen Beschwerden, die auf keinen Fall zwangsläufig zu einer Sehstörung führen müssen. Dauerhafte und schwerwiegende Symptome sollte man besser ernst nehmen und schnell handeln, indem man einen Augenarzt aufsucht.

Wir geben einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Krankheitsbilder, die auch teilweise nicht (nur) durch Stress ausgelöst werden können:

Retinopathia Centralis Serosa (RCS)

Bei der umgangssprachlich auch „Managerkrankheit“ genannten Erkrankung handelt es sich um eine Schädigung der Netzhaut (Retina) des Auges. Klassische Symptome dieser Sehstörung sind grau-schwarze Flecken im Gesichtsfeld, Bildverzerrungen, Farbwahrnehmungsstörungen und unscharfes bzw. verzerrtes Sehen. Man geht davon aus, dass Cortison, Adrenalin oder das Stresshormon Cortisol oft für diese Störung verantwortlich sind.

Unscharfes Sehen

Zu den häufigsten Sehstörungen zählt es, wenn man plötzlich unscharf und verschwommen sieht. Es scheint als würde man die Umgebung wie durch einen Nebel oder Schleier wahrnehmen. Diese Störung kann durch eine Überanstrengung des Auges oder Fehlsichtigkeit (z.B. Kurz-/Weitsichtigkeit) hervorgerufen werden. Im schlimmsten Falls resultieren die Beschwerden aus einer Netzhautablösung. Dann, aber auch grundsätzlich bei dauerhaften Störungen, sollten man zügig einen Arzt aufsuchen.

Augenflimmern, Lichtblitze / Augenmigräne

Bei dieser Sehstörungen nehmen Betroffene Lichterscheinungen wie Blitze, Zick-Zack-Linien und Augenflimmern wahr. Ursachen dieser Erkrankung, die auch Photopsie genannt wird, sind oft Migräne oder Epilepsie.

Die erwähnten Lichtphänomene und in machen Fällen Einschränkungen des Gesichtsfeldes treten auch bei der Augenmigräne auf. Im Gegensatz zur üblichen Migräne verspürt man keine bzw. nur schwache Kopfschmerzen. Meist verschwinden plötzliche Sehstörungen, wie das Flimmern vor den Augen, von selbst wieder. Wenn nicht, sollte man aber zwingend reagieren und die Augen untersuchen lassen.

Doppelbilder (Diplopie)

Sehstörungen in Form von Doppelbildern kennen vermutlich die meisten Menschen als Nebeneffekt von zu viel Alkohol. Tritt dieses Krankheitsbild grundsätzlich auf, steckt in der Regel eine ernstzunehmende Erkrankungen des Auges oder andere Krankheiten dahinter. Beispiele sind Störungen der Augenmuskeln, bestimmter Hirnnerven oder die Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose.

Gesichtsfeldausfall

Bei einem Gesichtsfeldausfälle (Skotome) können Betroffene nicht mehr die gleiche Größe des Raums wahrnehmen wie zuvor. Das Gesichtsfeld ist eingeschränkt, verengt und die Sehschärfe in diesem Bereich herabgesetzt. Die Verminderung kann sich sogar bis zur Erblindung des betroffenen Sehbereiches verstärken. Das Krankheitsbild kann von einigen Augenkrankheiten verursacht werden, aber auch als Begleiterscheinung anderer Beschwerden oder Verletzungen auftreten.

Farbfehlsichtigkeit

Betroffene können Rot, Grün oder Blau nur schwer oder gar nicht erkennen. Meistens ist diese Schwäche angeboren und betrifft größtenteils Männer. Dabei unterscheidet man eine Farbsehschwäche und Farbenblindheit:

Farbsehschwäche: Bestimmte Farben können noch gesehen werden, aber nicht mehr so gut, wie es eigentlich sein sollte. Die bekannteste Forme ist die Rot-Grün-Sehschwäche.

Farbenblindheit: Auch Achromatopsie oder Achromasie genannt. Es können keine Farben, sondern nur Kontraste (hell-dunkel) wahrgenommen werden.

Sehprobleme durch Stress: Was hilft dagegen?

Die sinnvollste Behandlung von leichten Sehstörungen durch Stress ist natürlich die Vermeidung der psychischen Belastung. Wenn man lernt, den Stress zu vermeiden bzw. Mittel und Wege findet, den Stress besser zu bewältigen, dann sorgt man dafür, dass die stressbedingten Sehstörungen erst gar nicht erst entstehen. Auch verschiedene Entspannungsübungen oder Sportarten, wie Progressive Muskelentspannung oder Yoga können Stress nachhaltig minimieren.