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Das Burnout Syndrom: Volkskrankheit mit vielen Gesichtern

Der englische Begriff Burnout beschreibt es kurz aber sehr treffend, wie sich Betroffene fühlen – nämlich leer, erschöpft, kraftlos, müde und irgendwie ausgebrannt. Dabei leiden sie in aller Regel nicht nur an verschiedenen emotionalen Störungen und an einem allgemeinen Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, die zum Beispiel Depressionen, Angstzuständen, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen zur Folge haben.

Vielmehr treten oft auch verschiedene körperliche Beschwerden auf. Die Bandbreite dieser körperlichen Burnout Symptome ist sehr groß und reicht von Herzschmerzen, hohem Blutdruck, hoher Pulsfrequenz, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen bis zu Verdauungsproblemen, Atemproblemen und Störungen der Sexualfunktion. Oft findet der behandelnde Arzt dann keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden, obwohl die Betroffenen sie deutlich spüren und in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt sind.

Körperliche Symptome beim Burnout

Viele vom Burnout betroffenen Menschen leiden zum Beispiel unter Schlafstörungen. Sie können schlecht einschlafen oder werden häufig mitten in der Nacht wieder wach. Ein großer Teil leidet dann auch unter einem Engegefühl in der Brust, unregelmäßigem Herzschlag, Atemnot oder Schwitzattacken.

Auch Verdauungsprobleme ohne körperliche Ursachen können auf Burnout hindeuten. Manche Betroffene leiden unter Magendruck und Magenkrämpfen, unter Sodbrennen und Druckschmerzen im Bereich der Galle bis zu Gallenkoliken. Ihre geistige und emotionale Erschöpfung, ihre oft nicht eingestandenen Ängste und Sorgen „schlagen“ ihnen im wahrsten Sinn auf den Magen, „schnüren ihn zu“ und lassen die Galle „überlaufen“. Auch Durchfall und Verstopfungen kommen häufig vor, der Darm reagiert sehr sensibel auf psychische Probleme.

Ein weiteres körperliches Symptom beim Burnout Syndrom sind Erektionsstörungen. Bei vielen Betroffenen tritt mit dem Fortschreiten der Erkrankung die Lust auf Sex immer mehr in den Hintergrund. Daneben werden aber auch Erkrankungen vom Burnout Syndrom ausgelöst, bei denen der Zusammenhang noch viel schwerer erkennbar ist.

Burnout Patienten leiden zum Beispiel viel häufiger als andere unter Ohrgeräuschen (Tinnitus), Schwindel, an Muskelverspannungen im Rücken-und Nackenbereich, an Kopfschmerzen und Migräne. Selbst Erkältungserkrankungen, Asthma-Anfälle und Migräne-Attacken kommen bei Menschen mit dem Burnout Syndrom häufiger als normalerweise vor und auch Allergien können häufiger auftreten.

Burnout – Warnsignale beachten, um Zusammenhänge zu erkennen

Weil Burnout nicht plötzlich auftritt, sondern in der Regel ein sehr lang andauernder und schleichender Prozess ist, lässt sich das Leiden so schwer diagnostizieren. Betroffene selbst merken häufig erst nach Jahren, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Die Angehörigen, Kollegen und Vorgesetzten erkennen die Vorzeichen und Symptome häufig auch erst recht spät oder wollen sie oft auch nicht erkennen und selbst die Ärzte tun sich schwer damit.

Gerade weil die körperlichen Beschwerden so vielfältig und unterschiedlich sein können, fällt es schwer, einen Zusammenhang zum Burnout Syndrom herzustellen. Umso wichtiger ist es, selbst auf die unterschiedlichen Warnsignale zu achten und beim vertraulichen Gespräch mit dem Arzt auch Probleme anzusprechen. Auch wenn diese auf dem ersten Blick mit den körperlichen Beschwerden scheinbar nichts zu tun zu haben. Gemeinsam mit dem Arzt kann man so erste Schritte aus der emotionalen Krise finden und auch verschiedene Therapiemöglichkeiten besprechen.