Stress und Naschen: Süßes kann helfen

3 Min. Lesezeit Aktualisiert am
Frau greift gestresst nach einer Tafel Schokolade – Naschen als Ventil bei Stress

Wer kennt es eigentlich nicht? Zeitdruck, Streit in der Partnerschaft oder Ärger im Job – da fällt der Griff zum nächsten Schokoriegel besonders leicht. Stresssituationen provozieren bei vielen von uns Heißhunger-Attacken. Einer Aussage des Deutschen Institut für Ernährungsforschung nach essen ungefähr 40 Prozent der Menschen mehr, wenn sie unter Stress stehen. Dabei ist es egal, welcher Art von Stress wir ausgesetzt sind. Schuld daran sind unsere Hormone.

Stress fördert Heißhunger

Wenn wir in stressigen Situationen sind, schrillen in unserem Hirn die Alarmglocken auf und die Synapsen haben einiges zu tun. Denn Neurotransmitter und Hormone werden vermehrt ausgeschüttet. Und ganz prominent unter ihnen: Das Adrenalin. Es hält uns (idealerweise) wach und aufmerksam, damit wir besser mit der „Notsituation”, in der wir uns gerade befinden, klarkommen können. Adrenalin sorgt auch dafür, dass unser Appetit unterdrückt wird. Schwächt sich die Stresssituation ab und sinkt der Adrenalin-Spiegel, holt sich der Körper gerne mal die verbrauchte Energie zurück. Besonders schnell bekommen wir diese in Form von kurzkettigen Kohlenhydraten – dem Volksmund besser bekannt als Süßigkeiten oder Chips.

Süßigkeiten helfen beim Stressabbau

Was Dir Dein Personal Trainer oder Deine Ernährungsberaterin wahrscheinlich nicht sagen wird, ist dass die Kalorienbomben eine Sünde wert sein können! Nachweislich hebt beispielsweise Schokolade unseren Serotonin-Spiegel und sorgt sogar dafür, dass Endorphine ausgeschüttet werden – zwei sehr gute Voraussetzungen, wenn es darum geht, dass sich unsere Stimmung steigert und wir entspannter sind. Wer den Seelenbalsam mit Zuckerguss nicht scheut, der wird sich sehr wahrscheinlich schneller von der Stresssituation erholen und häufiger lächeln.

Warum Schokolade die Stimmung hebt

Der Effekt von Schokolade auf unsere Psyche ist kein Zufall: Kakao enthält unter anderem Tryptophan, eine Aminosäure, die der Körper zur Herstellung von Serotonin benötigt – dem sogenannten Glückshormon. Hinzu kommen Magnesium und verschiedene Polyphenole, die ebenfalls eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden haben können. Das macht Schokolade – insbesondere dunkle Varianten mit hohem Kakaoanteil – zu einer der bekanntesten Seelentröster-Naschereien überhaupt.

Ausgleich muss sein

Wenn wir uns also in jeder Stresssituation einen Schokoriegel gönnen, sind wir vielleicht sehr glücklich – aber bei rund 500 Kilokalorien pro Riegel sollte die Balance stimmen. Hin und wieder eine süße Nascherei schadet sicherlich nicht. Dennoch muss auf eine ausgeglichene Ernährung geachtet werden. Diese hat nämlich auch einen enormen Einfluss auf die Art und Weise, wie unser Körper Stress verarbeitet.

Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum kann den Blutzucker destabilisieren und langfristig dazu beitragen, dass Stimmungsschwankungen zunehmen – also genau das Gegenteil von dem, was wir uns in Stressphasen wünschen. Bewusstes, genussvolles Naschen in Maßen ist daher das Stichwort.

Alternativen ohne Zucker

Damit dieser Artikel nicht wie eine Ode an die Schokolade endet, sollten wir uns auch noch ein paar alternative Naschereien vor Augen führen – es muss ja schließlich nicht immer Zucker sein:

  • Nüsse: Insbesondere Paranüsse und Walnüsse gelten bei Stresssituationen als hilfreich und zählen zu den hilfreichsten Lebensmitteln gegen Stress. Sie wirken nachweislich blutdrucksenkend und stimmungsfördernd. Aber auch ansonsten sind Nüsse gut, weil sie viele ungesättigte Fettsäuren beinhalten – und es macht einfach Spaß, sie aus der Nussschale zu knacken.
  • Süßigkeiten ohne Zucker: Zuckerfrei heißt nicht unbedingt, dass es kein Fruchtgummi oder keine Schokolade sein darf. Alternative Süßstoffe wie das pflanzliche Stevia sind nicht umsonst so trendy. Schließlich beinhalten Süßwaren ohne Zucker zwischen 25 und 40 Prozent weniger Kalorien als ihre Pendants mit Zucker.
  • Gemüse: Egal ob Gurke oder Paprika – Gemüse ist gesund und hat (fast) keinen Zucker. Zugegeben, die wenigsten werden es als echte Alternative zum Naschen gegen Stress sehen. Aber wir sollten es vielleicht einfach mal probieren…
  • Obst: Frisches Obst wie Beeren, Äpfel oder Bananen liefert natürlichen Zucker zusammen mit wertvollen Vitaminen und Ballaststoffen. Besonders Bananen gelten als stimmungsaufhellend, da sie ebenfalls Tryptophan enthalten.

Fazit: Naschen mit Verstand

Süßes und Naschen in Stresssituationen sind keine Schwäche – sie sind eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers. Wichtig ist, dass Du Dir dieses Musters bewusst wirst und bewusst entscheidest, wann und was Du naschst. Ein Stück dunkle Schokolade hier und da kann durchaus zur Stressbewältigung beitragen. Wer zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung achtet und nährstoffreiche Alternativen kennt, ist bestens gerüstet, um Stress nicht nur im Kopf, sondern auch über den Magen zu begegnen.

Häufige Fragen

Warum bekomme ich unter Stress Heißhunger auf Süßes?

Wenn der Adrenalinspiegel nach einer Stresssituation absinkt, versucht der Körper die verbrauchte Energie schnell zurückzugewinnen – am liebsten durch kurzkettige Kohlenhydrate wie Süßigkeiten oder Chips.

Kann Schokolade wirklich gegen Stress helfen?

Ja, nachweislich hebt Schokolade den Serotoninspiegel und regt die Ausschüttung von Endorphinen an. Das kann die Stimmung verbessern und zur Entspannung beitragen – in Maßen genossen.

Wie viele Menschen essen mehr, wenn sie gestresst sind?

Laut dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung essen rund 40 Prozent der Menschen in Stressphasen mehr als sonst.

Was kann ich statt Zucker naschen, wenn ich gestresst bin?

Gute Alternativen sind Nüsse wie Para- oder Walnüsse, zuckerfreie Süßwaren mit pflanzlichen Süßstoffen wie Stevia sowie Rohkost wie Gurke oder Paprika.

Warum ist eine ausgewogene Ernährung bei Stress wichtig?

Die Ernährung beeinflusst direkt, wie gut unser Körper Stress verarbeiten kann. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Stressbewältigung, während dauerhaftes Naschen den gegenteiligen Effekt haben kann.

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