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Elternstress – wie ein Baby das Leben verändert

Maren & ich sind im Februar 2018 zum ersten Mal Eltern geworden. Hugo ist ein absolutes Wunschkind, das unser Leben und unseren Alltag ordentlich auf den Kopf stellt. Wir lieben das Leben zu dritt als kleine Familie. Nichtsdestotrotz bringt ein Baby auch viel Verantwortung und ganz neue Herausforderungen mit sich. Mit knapp einem Jahr Erfahrung als Papa, lässt sich nun ein kleines Resümee ziehen. Wie wirkt sich Stress auf das Eltern sein im Alltag aus?

Alltag einer kleinen Familie

Seitdem Hugo bei uns ist, hat sich unser Familienalltag grundlegend geändert. Als Paar zu zweit hat man grundsätzlich erstmal wesentlich mehr Freiheiten. Mit einem Baby ist wesentlich mehr Kommunikation von Nöten und der Fokus liegt immer auf dem Familienzuwachs. Bei all dem bleibt der Faktor Stress nicht aus. Grade dann, wenn man zum ersten Mal Eltern wird. Alles ist erstmal neu und es fehlen die Erfahrungswerte, die man beim zweiten oder dritten Kind bekommt.

Wir haben uns für die „klassische“ Rollenaufteilung entschieden. Maren befindet sich für ein Jahr in Elternzeit, während ich weiter arbeiten gehe. Somit verbringt sie den größten Teil des Tages mit Hugo und ist somit einem anderen Stresspotenzial ausgesetzt als ich. Anders, weil sie die Verantwortung für Hugo trägt und all die täglichen Herausforderungen mit Baby mehr oder weniger alleine meistern muss. Mein Stresspotenzial liegt darin, dass ich räumlich weit weg bin. Im Hinterkopf lauern immer die Sorgen, dass irgendwas passiert und Maren meine Hilfe braucht.

Das Stresspotenzial aus der Mama-Perspektive

Ein ganz normaler Werktag, wenn ich arbeiten bin, kann mit Kind sehr anstrengend & stressig sein. Je nach Alter bedarf das Baby/Kleinkind mehr Fürsorge. Ein Baby fordert die Eltern natürlich auch und möchte gemeinsam seine Welt entdecken. Da ist selbst der Gang auf die Toilette fast nur möglich, wenn das Baby im Laufstall ist. Ebenso sind die alltäglichen Hausarbeiten eine ganz neue Herausforderung.

Mal eben in den Keller und die Wäsche machen geht nicht mehr so einfach. Spülmaschine ausräumen, während das Baby voller Faszination dabei ist in selbige reinzuklettern, ein Drahtseilakt. Gefühlt verbringt man den ganzen Tag damit, seinem Baby hinterher zu krabbeln. Es aufzufangen. Es zu trösten. Es zu ermutigen.

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Des Weiteren gehören auch die selbstverständlichen Aufgaben zu potenziellem Stresspotenzial. Eine Phase, die jedes Baby wohl durchmacht, ist die des sich nicht wickeln lassen. Oder Maren ist verabredet und bereit die Wohnung zu verlassen. Genau dann wird nochmal auf den Pulli gespuckt oder die Windel ist voll. Da bedarf es einer großen Portion Ruhe und Gelassenheit um in solchen Situationen nicht in Stress zu geraten.

Das Stresspotenzial aus der Papa-Perspektive

Auf den ersten Blick könnte man als Außenstehender fragen, welchen Stress der berufstätige Papa denn hat. Sobald der Papa das Haus verlässt, kriegt er von dem Elternstress zu Hause ja nichts mehr mit. Meiner Erfahrung nach weit gefehlt. Wie ich oben bereits kurz angedeutet habe, beginnt genau dort Stresspotenzial. Zu wissen, dass ich den ganzen Tag nicht mit Hugo erleben darf, macht mich traurig und wütend zugleich.

Ich stelle mir vor, wie viel ich jeden Tag von seiner Entwicklung verpasse. Diese Gedanken nehme ich natürlich auch mit zur Arbeit. Es stresst mich, nicht in der Nähe der beiden zu sein. Nicht rechtzeitig da sein zu können, falls etwas passieren sollte. Meiner Frau in schwierigen oder stressigen Situationen ihrerseits nicht helfen zu können.

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Dementsprechend beeile ich mich, nach Feierabend möglichst schnell wieder nach Hause zu meiner Familie zu kommen. Schließlich ist auch hier die Zeit mit Hugo eher knapp. Ca. 2-3 Stunden bleiben uns, gemeinsam zu spielen, bis es für ihn ins Bett geht. Auch das ist durchaus stressig, wenn man ständig auf die Uhr schaut und sieht wie die Zeit rennt.

Elternstress akzeptieren und ins Positive wandeln

Unsere Generation ist vom digitalen Wandel getrieben und dementsprechend schnell dreht sich der Alltag. Nur gelegentlich können wir diesem mit einem Urlaub entfliehen. Ich versuche hier einer ausgewogenen Work-Life-Balance nachzugehen. Ich liebe meinen Job und dass er mir die Möglichkeit gibt, Hugo etwas zu bieten.

Noch mehr liebe ich allerdings meine Familie und die gemeinsame Zeit. Diese ist in meinen Augen unbezahlbar und nicht mit Geld aufzuwiegen. Dementsprechend versuche ich, auch weil es mir möglich ist, ein Mittelmaß aus Arbeit, Home-Office und Familienzeit zu finden.

Gleichzeitig ist die Kommunikation zwischen Maren und mir von großer Bedeutung um Elternstress zu vermeiden. Wir unterstützen uns gegenseitig, jeder kann die Aufgaben des anderen übernehmen.

Mein Erfahrungstipp aus der Papa-Perspektive: Gönnt dem Partner eine Auszeit. So übernehme ich die komplette Vaterrolle abends/am Wochenende und ermögliche Maren damit durchzupusten bzw. auch mal mit Freunden was Essen oder Trinken zu gehen. Genauso schafft sie mir immer mal wieder Freiraum für meine Interessen. So lässt sich der unausweichliche Elternstress sehr gut reduzieren bzw. ins Positive wandeln.


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Richard Wenner

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Ich bin Urheber des Vater-Sohn Blog und blogge über das Leben mit Kind aus der Papa-Perspektive. Das Blog ist kurz nach Hugo’s Geburt entstanden. Mehr oder weniger als Schnapsidee mit einem Kollegen zusammen entstanden, ist es mittlerweile mein Herzensprojekt geworden. Ich betrachte unser Blog als Familienblog für (werdende) Papas & Mamas.

Im Fokus stehen meine Erfahrungen des Vater seins, (Produkt)-Tests von Kinderspielzeug, unsere Familienreisen sowie spannende Interviews mit Eltern, denen wir auf unserem Weg begegnen. Ein weiter Schwerpunkt sind die beiden Kategorien FAQ  und Fachbegriffe. Diese sind als erste Anlaufstelle insbesondere für werdende Väter gedacht, die zum ersten Mal mit den Themen Vater werden, Vater sein, Schwangerschaft & Geburt in Berührung kommen.