Das Burnout Syndrom ist mittlerweile eine anerkannte psychische Krankheit in der deutschen Gesellschaft. Früher wurden die Ursachen hauptsächlich in der körperlichen Überarbeitung gesucht. Doch wissenschaftliche Studien der Psychologie ergaben, dass immer häufiger auch sozialer Stress durch Mobbing am Arbeitsplatz für ein Burnout verantwortlich sein kann.
Die Betroffenen leiden an übermäßiger Erschöpfung und Druck und verlieren ihre positive Arbeitseinstellung. Manchmal sind starke Depressionen und Arbeitsunfähigkeit die Folgen von sozialem Stress durch Mobbing.
Mobbing erzeugt Stress
Unter Mobbing versteht man im engeren Sinn einen Psychoterror. Ziel dieser Attacken ist es meistens, das Opfer aus der Abteilung oder dem Unternehmen hinauszuekeln. Dabei schikanieren Kollegen eine Zielperson und quälen ihr Opfer seelisch mit der Absicht, sein Selbstbewusstsein zu zerstören. Typische Mobbinghandlungen sind zum Beispiel die Verbreitung falscher Behauptungen und Gerüchte, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik. Die daraus folgenden Konsequenzen sind oft Unausgeglichenheit, soziale Isolation, Antriebslosigkeit und Streitsituationen. Der Betroffene ist einem starken psychischen Stress ausgesetzt. Dieser im schlimmsten Fall chronische Stress sorgt für dauerhaft negative Gefühle, die Krankheiten wie das Burnout Syndrom fördern.
Häufige Formen von Mobbing erkennen
Mobbing tritt nicht immer offen zutage. Oft beginnt es schleichend – mit subtilen Sticheleien, dem bewussten Übergehen bei Meetings oder dem Vorenthalten wichtiger Informationen. Wer solche Muster frühzeitig erkennt, kann schneller gegensteuern. Halte deshalb Ausschau nach wiederholten, systematischen Handlungen, die darauf abzielen, dich zu benachteiligen oder zu isolieren.
Sozialer Stress ist Gift für die Psyche und beeinträchtigt die Arbeitsleistung
Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir leben ständig in der Gesellschaft mit anderen Menschen und mit unserer Umwelt. Soziale Beziehungen spielen für uns eine enorm wichtige Rolle. Wenn diese gestört werden, löst dies einen starken Stress und Angstgefühle in uns aus. Dabei muss die Bedrohung von Isolation und Ärger nicht einmal real sein. Sie kann auch nur in unserer Vorstellung existieren. Stress ist eine psychische und physische Reaktion, die durch äußere Reize hervorgerufen wird. Er dient zur Bewältigung von besonderen Anforderungen und befähigt uns, körperliche und geistige Belastungen zu stemmen. Kommt es zu einem Ungleichgewicht und ist der Stress zu groß, wirkt er bedrohlich und angsteinflößend. Das führt zu innerlicher Anspannung und körperliche Abläufe verändern sich. Denn Stress ist ein Alarmzustand mit körperlichen und psychischen Anzeichen.
Warum sozialer Stress besonders belastend ist
Sozialer Stress unterscheidet sich von anderen Stressformen dadurch, dass er das Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und Sicherheit trifft. Das Gehirn verarbeitet soziale Ausgrenzung in denselben Regionen wie körperlichen Schmerz – Mobbing tut also im wahrsten Sinne des Wortes weh. Wer dauerhaft unter sozialem Stress steht, befindet sich in einem Dauerzustand erhöhter Alarmbereitschaft, der Körper und Geist gleichermaßen zermürbt.
Gesundheitliche Folgen von Mobbing
Eine abnehmende Arbeitsmoral, ein seelischer Einbruch und längerfristige Krankschreibungen sind nur einige der möglichen Folgen und Gefahren, die von gezieltem Mobbing ausgehen. Das Leistungsvermögen, die Motivation, die Kreativität und die Gedächtnisleistung nehmen bei Opfern immer mehr ab. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und zur Vergesslichkeit. Oft zeigen sich körperliche Beschwerden ohne nachweisbare Ursachen. Manche Betroffene finden auch im eigenen Zuhause keinen adäquaten Rückzugsort mehr, sind reizbar und entwickeln ein anderes Sozialverhalten. Einige der schwerwiegendsten Konsequenzen aber konzentrieren sich hauptsächlich auf den Arbeitsplatz. Dabei sind oft folgende typische Folgen bzw. Reaktionen erkennbar:
- Desillusionierung
- Gefühl von Widerwillen
- Entmutigung durch Angst vor Versagen
- Gleichgültigkeit
- Schuldgefühle
- Fluchtfantasien
- Verspäteter Arbeitsbeginn
- Verlust von positiven Gefühlen gegenüber Patienten, Klienten, Schülern, Kunden etc.
Die ursprünglich positiven Gefühle werden völlig ins Negative umgekehrt. Es kommt zu einer ungewohnten seelischen Verhärtung und schließlich sogar zur kompletten Verflachung des Gemütslebens. Im schlimmsten Fall resigniert der Betroffene und hat sogar Suizidgedanken. Abhilfe und Heilung können meist nur durch die Behandlung von professionellen Therapeuten und durch einen konsequenten Wechsel des Arbeitsumfeldes erreicht werden.
Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest
Wenn du bemerkst, dass Mobbingsituationen deinen Schlaf, deine Gesundheit oder deine Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen, ist es wichtig, nicht zu lange zu warten. Sprich mit einer Vertrauensperson, wende dich an den Betriebsrat oder suche eine psychologische Beratungsstelle auf. Du musst das nicht alleine durchstehen.