Stressbewältigung beim Autofahren

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am
Frau sitzt entspannt am Steuer und praktiziert Stressbewältigung beim Autofahren

Viele Menschen verbringen heutzutage sehr viel Zeit im Auto. Aufgrund der beruflichen Situation müssen viele Angestellte weite Strecken mit dem Auto zurücklegen. Bei anderen wiederum ist das Autofahren selbst ein Bestandteil des Jobs. Dabei wird das Autofahren oft zu einem nicht unerheblichen Stressfaktor. Der Puls rast, die Hände werden feucht, der Blutdruck steigt: Unter Zeitdruck und genervt von nörgelnden Beifahrern, einer roten Ampelwelle oder der Verkehrslage an sich steigt das Unfallrisiko.

Häufige und dauerhafte Stresssituationen können aber auch langfristige Folgen haben: Dazu zählen Unausgeglichenheit, eine nachlassende Gedächtnisleistung oder erhöhte Aggressionsbereitschaft. Außerdem droht chronische Müdigkeit, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und eine Schwächung des Immunsystems. Besonders beim Autofahren können Adrenalin-Schübe gefährliche Folgen haben. Wer gestresst ist, konzentriert sich nicht mehr aufs Fahren und macht Fehler, indem man hektische und falsche Entscheidungen trifft. Stress entsteht nicht erst im Auto, sondern oft schon vor dem Einsteigen. Ein großer Fehler ist, unter dem Einfluss von starken Emotionen ins Auto zu steigen oder die Autofahrt zum Grübeln oder Nachdenken zu nutzen. Man sollte stets zu 100 Prozent nur auf das Autofahren konzentriert sein.

Tipps, um Stress am Steuer zu vermeiden

Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung und ein paar einfachen Verhaltensänderungen lässt sich Stress beim Autofahren deutlich reduzieren. Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, gelassener ans Steuer zu gehen – und sicherer anzukommen.

Vor der Fahrt: Gut vorbereitet einsteigen

  • Erkundige dich vor der Fahrt über die Parkplatzsituation an deinem Zielort.
  • Überprüfe eine gute Sicht durch Einstellen der Spiegel.
  • Stelle einen Radiosender ein, der ruhige Musik, z.B. Klassik, spielt. Diese verlangsamt den Puls und fördert dadurch die innere Ruhe.
  • Oder höre Deine Lieblingsmusik, die positive Emotionen bei dir auslöst und den Stress in den Hintergrund rückt.
  • Auch fröhliches Mitsingen senkt den Stresspegel. Natürlich sollte das nicht ausarten und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
  • Plane einen zeitlichen Puffer bei Terminen ein, um durch kleine Verzögerungen auf der Straße nicht sofort unter Zeitdruck zu gelangen.

Unterwegs: Gelassen bleiben im Verkehr

  • Wenn Du bemerkst, dass du einen Termin nicht einhalten kannst und dich verspäten wirst, halte an und informiere telefonisch über deine Verspätung. So nimmst du Druck von dir und erhöhst auch das Verständnis bei den wartenden Personen.
  • Nutze die Stau- und Ampelpausen, um den Körper zu entspannen, indem du zum Beispiel Arme und Beine lockerst.

Kein Stress mit anderen Verkehrsteilnehmern

Ein großer Teil des Stresses beim Autofahren entsteht durch die Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern. Aggressive Reaktionen auf das Verhalten anderer schaukeln die Situation jedoch nur auf. Mit diesen Tipps bleibst Du auch dann gelassen, wenn andere es Dir nicht leicht machen:

  • Bedanke Dich mit gestrecktem Daumen nach oben für die rücksichtsvolle Fahrweise anderer.
  • Wenn Du einen Fehler gemacht hast, bitte mit einer entsprechenden Geste um Entschuldigung.
  • Interpretiere das Verhalten und die Emotionen anderer Autofahrer nicht über und lasse Dich nicht von negativen Emotionen unter Druck setzen oder anstacheln.

Stressauslöser Handy

Wenn das Handy während der Fahrt klingelt, löst das Stress aus. Wer keine Freisprecheinrichtung besitzt, riskiert außerdem ein erhebliches Bußgeld. Versuche daher unwichtige Telefonate, wenn möglich, zu vermeiden. Auf das Checken oder Schreiben von Nachrichten solltest Du grundsätzlich während der Fahrt immer verzichten! Schalte Benachrichtigungen vor der Fahrt stumm oder aktiviere den „Nicht stören”-Modus, damit Du gar nicht erst in Versuchung geführst wirst.

Stress bei Fahrten mit Kindern minimieren

Lange Autofahrten mit Kindern stellen eine besondere Herausforderung dar. Quengelnde Kinder auf der Rückbank können die Konzentration der Fahrerin oder des Fahrers erheblich beeinträchtigen. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das Stressniveau jedoch deutlich senken:

  • Lege viele Pausen ein, die für Bewegung sorgen. Als Faustregel gilt, im Durchschnitt jede Stunde einen Stopp einzulegen und nicht mehr als 500 Kilometer pro Tag zu fahren.
  • Die Hauptreisezeiten wenn möglich meiden, um die Fahrt nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
  • Zur Unterhaltung sollten die Lieblingskuscheltiere der Kinder nicht fehlen. Auch kleine Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst” oder einfache Kartenspiele können lange Fahrten auflockern. Auch Musik und Filme helfen selbstverständlich.
  • Als Fahrer sollte man das Kümmern, wenn möglich, dem Beifahrer überlassen, um nicht abgelenkt zu werden.
  • Im Sommer empfehlen sich Sonnenschilder und passende Kleidung, um die Hitze für die kleinen Mitfahrer nicht zur Qual werden zu lassen.
  • Zum Trinken unbedingt wiederverschließbare Flaschen verwenden.

Stressbewältigung beim Autofahren: Fazit

Stress am Steuer ist keine Kleinigkeit – er beeinträchtigt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Mit etwas mehr Planung, einer achtsamen Haltung gegenüber anderen Fahrern und klaren Ritualen vor und während der Fahrt lässt sich das Stresslevel im Auto dauerhaft senken. Wer entspannt fährt, kommt nicht nur sicherer ans Ziel – er schützt auch sein Herz, seinen Kopf und seine Nerven.

Häufige Fragen

Wie kann ich Stress beim Autofahren vermeiden?

Plane ausreichend Zeit ein, höre beruhigende Musik und lege bei langen Fahrten regelmäßige Pausen ein. Wichtig ist auch, ruhig und konzentriert ins Auto zu steigen – wer bereits gestresst einsteigt, erhöht das Unfallrisiko.

Was tun, wenn ich im Stau unter Stress gerate?

Nutze Stau- und Ampelpausen aktiv zur Entspannung: Lockere Arme und Beine, atme bewusst tief ein und aus und versuche, die Situation nicht zu bewerten. Das senkt den Puls und fördert die innere Ruhe.

Wie kann ich mit Kindern im Auto stressfrei reisen?

Lege durchschnittlich jede Stunde einen Stopp ein, meide Hauptreisezeiten und sorge mit Kuscheltieren, Spielen sowie Musik oder Filmen für Ablenkung. Überlasse das Kümmern um die Kinder möglichst dem Beifahrer.

Warum ist Handy am Steuer so gefährlich?

Das Klingeln des Handys löst sofort Stress aus und lenkt die Aufmerksamkeit vom Fahren ab. Ohne Freisprecheinrichtung droht zudem ein Bußgeld – auf das Schreiben oder Lesen von Nachrichten sollte während der Fahrt grundsätzlich verzichtet werden.

Welche körperlichen Folgen hat dauerhafter Stress beim Autofahren?

Chronischer Stress kann zu Unausgeglichenheit, nachlassender Gedächtnisleistung, erhöhter Aggressionsbereitschaft, Müdigkeit und einem geschwächten Immunsystem führen. Langfristig steigt auch das Herzinfarktrisiko.

Das könnte dich auch interessieren

Mit Achtsamkeit zu mehr Gelassenheit
Körper / Geist

Mit Achtsamkeit zu mehr Gelassenheit

Stressprävention für Kinder im Grundschulalter
Körper / Geist

Stressprävention für Kinder im Grundschulalter

Die Natur als Kraftquelle
Körper / Geist

Die Natur als Kraftquelle

Was erleichtert den Ausstieg aus dem Stress?
Körper / Geist

Was erleichtert den Ausstieg aus dem Stress?

No Time To Relax – Wie Du als Frau mit Familie und Business entschleunigst
Körper / Geist

No Time To Relax – Wie Du als Frau mit Familie und Business entschleunigst

Stress abbauen mit Musik
Körper / Geist

Stress abbauen mit Musik

Kann Stress Engel und Teufel sein?
Körper / Geist

Kann Stress Engel und Teufel sein?

Stress verarbeiten mit Yoga, Achtsamkeit und Meditation
Körper / Geist

Stress verarbeiten mit Yoga, Achtsamkeit und Meditation

Malbücher zur Stressbewältigung
Körper / Geist

Malbücher zur Stressbewältigung