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Führerscheinprüfung – Stress durch Prüfungsangst

Prüfungen bedeuten immer auch Stress, der sich ganz bewusst, aber auch unterbewusst bemerkbar machen kann. Meist resultiert dieser Stress aus einer Prüfungsangst, die den Betroffenen daran hindern kann, sein Können oder Wissen bei einer Prüfung abzurufen. Diese Angst wird meistens im Zusammenhang mit der Schule oder dem Studium thematisiert.

Doch auch die theoretische und praktische Führerscheinprüfung ist auf Grund der Prüfungsangst für viele Menschen eine große Hürde. Dabei lässt sich die Prüfung nicht eins zu eins mit einer schulischen Prüfung vergleichen. Denn die Führerscheinprüfung entscheidet sofort darüber, ob man zum Autofahren berechtigt ist oder nicht. Daher kann man bei einem negativen Ergebnis nicht von einem Ausrutscher sprechen, den man einfach bei der nächsten Prüfung ausbügeln kann.

Dazu kommt die Angst vor weitere negative Folgen, die einen bei einem schlechten Ausgang der Prüfung treffen würden. So kann z.B. die mögliche Enttäuschung der Eltern oder die Reaktion von Freunden für viele Jugendliche eine zusätzliche Belastung darstellen. Auch die zusätzlichen Kosten bei einem Scheitern erhöhen den Druck.

Und genau diese Ängste können dann zu einer verminderten Leistungsfähigkeit oder sogar zu einer Blockade führen. Denn wer gestresst ist, der macht leichter Fehler und lässt sich schneller verunsichern. Um genau das zu verhindern, geben wir einen Überblick über die besten Tipps, wie Du dem auftretenden Stress im Vorfeld und auch während der Prüfung entgegenwirken kannst.

Prüfungsangst bei der Theorieprüfung

Die theoretische Prüfung ist der erste Bestandteil der Fahrprüfung und Grundlage für die Zulassung zur praktischen Prüfung. Glücklicherweise ist man durch die Schulzeit zumindest mit der Art der Prüfung vertraut. Doch das schützt natürlich nicht vor der Prüfungsangst und so kann auch die vermeintliche leichtere Aufgabe (Ankreuzen der richtigen Antworten) dazu führen, dass man den Prüfungsbogen verzweifelt anstarrt und sich das gelernte Wissen scheinbar in Luft aufgelöst hat.

Um das Risiko für dieses Szenario zu minimieren, ist die richtige Vorbereitung natürlich Grundvoraussetzung. In der Fahrschule erhält man dafür Übungsbögen. Außerdem kann es helfen, die Prüfungssituation und den Zeitdruck nachzustellen. Dabei können Familie und Freunde unterstützen.

Prüfungsangst bei der praktischen Prüfung

Ist die theoretische Prüfung bestanden, steht meistens nach einigen Tagen die praktische Prüfung an. Und diese Situation ist für den Großteil der Prüflinge eine komplett neue Erfahrung. Man befindet sich mit dem Auto mitten im Straßenverkehr, der Fahrlehrer als Beifahrer und im Rücken der Prüfer. Diese Konstellation ist man aus den Fahrstunden nicht gewohnt. Da ist es kein Wunder, wenn der Puls etwas schneller schlägt und der Adrenalinspiegel steigt.

Bei der praktischen Prüfung verstärkt das Wissen, dass Kleinigkeiten bereits über ein Bestehen oder Scheitern entscheiden können, zusätzlich die Prüfungsangst. Doch auch auf dieses Szenario kann man sich vorbereiten und dadurch gelassener an die Sache herangehen. Dabei ist es ganz wichtig, sich realistisch einzuschätzen und Ängste und Schwächen offen mit dem Fahrlehrer zu besprechen. So kann man die größten Herausforderungen immer wieder angehen und üben und so eine gewisse Routine entwickeln. Auch die spezielle Situation der Anwesenheit eines Prüfers lässt sich simulieren.

Tipps gegen die Prüfungsangst

Die Prüfung steht vor der Tür, es gibt keinen Weg zurück. Folgende Tipps können Dir helfen, die Prüfungsangst in den Griff zu bekommen und die Aufgaben zu meistern:

  • Erwartungsdruck senken: Nicht zu viele Leute über die anstehende Prüfung informieren, nicht jeden um Rat fragen und diverse Horrorgeschichten nicht zu ernst nehmen. Nur wenige werden zugeben, dass ihnen ein grober Fehler unterlaufen ist.
  • Angst zulassen: Fast jeder Fahrschüler hat naturgemäß Angst vor der Fahrprüfung. Daher solltest Du Dir nicht einreden, dass Du völlig locker bist und keinerlei Druck verspürst. Wenn Du Dich zu sehr damit beschäftigst, Deine Angst zu ignorieren, bewirkst Du eher das Gegenteil bzw. vergrößerst die Angst.
  • Prüfer sind auch nur Menschen: Sie entscheiden zwar über Erfolg und Misserfolg in der Fahrprüfung, dennoch gibt es keinen Grund, vor ihnen Angst zu haben. Grüße Deinen Prüfer/Deine Prüferin vor der Prüfung freundlich und gebe ruhig ehrlich zu, dass Du sehr nervös bist. Er oder sie wird beruhigend auf Dich einwirken.
    (Interview mit einem Prüfer)

Am Vorabend

  • Versuche, eine Ablenkung zu finden, die nicht unbedingt etwas mit Führerschein oder Autofahren zu tun hat.
  • Entspannungsübungen
  • Keinen Alkohol trinken, keine beruhigenden Medikamente nehmen – eher einen milden, beruhigenden Tee trinken.
  • Ausreichender Schlaf. Wichtig: Genügend Zeit einplanen, um trotz Aufregung doch zu genug Schlaf zu kommen.
  • Musik hören

Am Morgen vor der Prüfung

  • Rechtzeitig aufstehen, nicht Hetzen.
  • Eine entspannende Dusche oder sogar ein Entspannungsbad nehmen.
  • Genügend Zeit für das Frühstück einplanen. Nicht zu viel Kaffee.
  • Bequeme Kleidung und Schuhe tragen.
  • Kurz vor der praktischen Prüfung noch einmal auf die Toilette gehen.
  • Aufwärmen: Vor der praktischen Fahrprüfung kann es hilfreich sein, sich schon einmal ein wenig warm zu fahren. Morgens nochmal eine Fahrstunde machen oder eine kurze Fahrt über den Übungsplatz.

Während der Prüfung

  • Nicht unter Medikamenteneinfluss fahren!
  • Die fahrtechnische Vorbereitung nicht vergessen!
  • Wenn Du eine Anweisung des Prüfers nicht verstehst, kannst du ruhig freundlich um die Wiederholung der Anweisung bitten.
  • Niemand erwartet Von Dir, dass Du bei der Prüfung völlig fehlerfrei fährt!