Warum Rauchen nicht gegen Stress hilft

2 Min. Lesezeit Aktualisiert am
Brennende Zigarette als Symbol dafür, dass Rauchen nicht gegen Stress hilft

Rauchen helfe gegen Stress. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Doch wenn das wirklich so wäre, müsste das Rauchen auch Nichtrauchern gegen Stress helfen. Tatsächlich entspannt der Glimmstängel aber nur Raucher und das ist auch ganz normal: Es ist für Abhängige immer wohltuend, wenn sie nach einer längeren Entzugsphase ihren Suchtstoff zu sich nehmen, den die Psyche und der Körper vermissen. Es ist nicht verwunderlich, dass die Entspannungswirkung von Drogen Abhängigen umso stärker erscheint, wenn äußere Stressfaktoren hinzukommen: Denn so hilft die Befriedigung der Sucht zugleich gegen den Entzugsstress und den weiteren Stress. Der Konsum der Droge reduziert so scheinbar also die Gesamtmenge an Stress. Dadurch fühlt sich der Süchtige entspannter und verbindet das Suchtmittel direkt mit dieser Wirkung. Viele Raucher greifen zum Glimmstängel, um Stress, Depressionen oder Ängste zu vertreiben. Doch genau hier liegt das Problem! Denn mit dem Griff zur Zigarette löst man diese Probleme nicht etwa, man verschlimmert sie eher.

Nikotin hilft nur kurzfristig gegen Stress durch Entzug

Nikotin wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Aber Nikotin hat je nach Situation drei Wirkungsweisen:

  • Auf Nichtraucherinnen und Nichtraucher wirkt Nikotin mit Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit, weil ihre Rezeptoren nicht gegen das starke Nervengift geschützt sind.
  • Auf Raucherinnen und Raucher wirkt Nikotin entspannend, wenn sie längere Zeit nicht geraucht haben, weil das Nikotin in die dämpfende Schutzvorrichtung der Rezeptoren eindringt und die Wirkung von Wohlfühlinformationen simuliert.
  • Außerdem wirkt Nikotin auf Raucherinnen und Raucher Stress erzeugend, da in Phasen ohne Zigarette die Wohlfühlinformationen simulierende Wirkung der vorherigen Zigarette nachlässt und den Rezeptoren aufgrund der Immunisierung die gewohnten Streicheleinheiten fehlen.

Nur gegen diesen Entzugsstress hilft Nikotin kurzfristig. Langfristig erzeugt es Stress, den Nichtraucherinnen und Nichtraucher nicht verspüren. Und wer mit dem Rauchen aufhört, hat ihn innerhalb kürzester Zeit auch nicht mehr.

Der Teufelskreis: Wenn Rauchen Stress erzeugt statt abbaut

Das Tückische an der Verbindung von Rauchen und Stress ist der sich selbst verstärkende Kreislauf: Je mehr jemand raucht, desto schneller sinkt der Nikotinspiegel im Blut ab – und desto häufiger meldet sich das Gehirn mit Entzugssignalen. Diese Signale äußern sich als Unruhe, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwäche, also als Empfindungen, die sich anfühlen wie Stress. Wer dann zur Zigarette greift, lindert zwar kurz diese Symptome, setzt aber gleichzeitig den Kreislauf erneut in Gang. Der wahrgenommene „Stressabbau” durch Rauchen ist damit nichts anderes als die Beseitigung eines Problems, das das Rauchen selbst verursacht hat.

Tipps gegen zu viel Stress

Es gibt einige Techniken zur Stressbewältigung. Gezielte Entspannungsübungen, wie zum Beispiel das autogene Training, helfen uns dabei, unseren Körper zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.

Wer Stress nachhaltig reduzieren möchte, ist mit Methoden wie Atemübungen, Meditation oder regelmäßiger Bewegung deutlich besser bedient – denn diese greifen an der eigentlichen Ursache an, anstatt eine neue Abhängigkeit zu schaffen. Kleine Achtsamkeitsmomente im Alltag können dabei helfen, das innere Stressniveau dauerhaft zu senken und den Griff zur Zigarette schrittweise zu ersetzen.

Häufige Fragen

Hilft Rauchen wirklich gegen Stress?

Nein, Rauchen hilft nicht gegen echten Stress. Es lindert nur den Entzugsstress, den Raucher selbst durch das Nikotin erzeugen. Nichtraucher profitieren davon überhaupt nicht.

Warum fühlen sich Raucher nach einer Zigarette entspannter?

Raucher verspüren Erleichterung, weil die Zigarette den körperlichen Entzug beendet. Diese Entspannung ist keine echte Stressreduktion, sondern die Befriedigung einer Sucht.

Wie wirkt Nikotin auf den Körper?

Bei Nichtrauchern löst Nikotin Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit aus. Bei Rauchern simuliert es kurzfristig Wohlfühlsignale, erzeugt aber in zigarettenfreien Phasen gleichzeitig neuen Entzugsstress.

Was passiert mit dem Stresslevel, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Wer aufhört zu rauchen, hat den nikotinbedingten Entzugsstress innerhalb kürzester Zeit nicht mehr und damit insgesamt ein niedrigeres Grundstressniveau.

Was hilft wirklich gegen Stress statt Rauchen?

Gezielte Entspannungsübungen wie autogenes Training oder andere Techniken zur Stressbewältigung helfen dabei, den Körper nachhaltig zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.

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