Mittlerweile scheint jeder von uns im Zustand von Dauerstress zu sein. Ab und zu gibt es jedoch immer noch Phasen im Leben, die noch stressiger sind als andere - die Weihnachtszeit, eine Deadline eines Projektes oder einfach eine zufällige Ansammlung verschiedener Kleinigkeiten, die einem den letzten Nerv rauben. Es gibt jedoch einige Techniken zur Stressbewältigung - umso wichtiger, je länger man dem Stress ausgesetzt ist. Die gute Nachricht: Viele dieser Soforthilfen bei Stress lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren – ganz ohne großen Aufwand.
Pausen planen
Oft fällt es einem schwer, Pausen zu machen, wenn man sich in einer stressigen Phase befindet. Hier könnte man eben schnell noch etwas erledigen, da noch eine Aufgabe von der To-Do-Liste streichen. Doch auch in stressigen Zeiten sind Pausen wichtig, damit man sich körperlich und seelisch vom Stress erholt. Um sich daran zu erinnern, dass auch Pausen zu einem stressigen Alltag dazu gehören, sollte man sie in den Terminkalender eintragen und genauso behandeln wie jeden Termin: Pausen dürfen nicht abgesagt und verschoben werden. Innerhalb dieses Zeitfensters dürfen keine Aufgaben erledigt werden. Stattdessen kannst Du einem Hobby nachgehen, sich mit Freunden treffen oder einen Film gucken. Schon kleine Pausen sorgen dafür, dass man danach wieder konzentrierter und motivierter bei der Arbeit ist.
Wie lang sollte eine Pause sein?
Bereits kurze Auszeiten von 10 bis 15 Minuten können helfen, den Kopf freizubekommen und das Stresslevel zu senken. Entscheidend ist nicht die Länge der Pause, sondern dass Du sie wirklich nutzt – also das Smartphone beiseitelegt und bewusst abschaltest. Wer regelmäßig kleinere Pausen einplant, beugt außerdem dem Aufbau von chronischem Stress vor.
Aufgaben abgeben
Man kann alles schaffen - aber nicht alles gleichzeitig. Solltest Du überwältigt davon sein, wie viele Aufgaben Sie gleichzeitig bewältigen müssen, überlege Dir, wo Du Dir Hilfe bei Stress holen können. Es ist keine Schande, wenn man andere um Hilfe bittet, um sich selbst auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren zu können. Versuch, unwichtige Aufgaben an Kollegen abzugeben oder bitte Deine Mitbewohner oder Partner, Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Aber auch wenn das nicht möglich ist, überlege Dir, ob einige Aufgaben verschoben werden können. Der Wohnung macht es nichts aus, wenn sie ein paar Tage lang nicht geputzt wird, die Wäsche kann man später machen und es ist nichts dagegen einzuwenden, in stressigen Zeiten Essen zu bestellen statt es selbst zu kochen.
Prioritäten richtig setzen
Hilfreich können auch folgende Zeitmanagement Methoden sein, um schnell einen Überblick über wirklich dringende Aufgaben zu gewinnen:
Mit dem Eisenhower-Prinzip zum Beispiel lassen sich Aufgaben in vier Kategorien einteilen: dringend und wichtig, wichtig aber nicht dringend, dringend aber nicht wichtig, sowie weder dringend noch wichtig. So erkennst Du auf einen Blick, was Du wirklich selbst und sofort erledigen musst – und was getrost warten oder abgegeben werden kann.
Stress abwaschen
Zur Stressbewältigung würde man vermutlich am liebsten regelmäßig ins Spa oder die Sauna gehen. Für die meisten ist das jedoch nicht möglich und wäre zudem zusätzlicher Aufwand. Aber jedes Badezimmer kann sich in ein Mini-Spa verwandeln. Gönne Dir ein ganz besonders Bad: Zünde Kerzen an, gönne Dir einen besonderen Badezusatz und Deine Lieblingssüßigkeit. Für einen Moment kannst Du einfach abtauchen und den Stress hinter dir lassen.
Entspannung auch ohne Badewanne
Auch wenn Du keine Zeit für ein Vollbad hast oder keine Badewanne besitzt, kannst Du Wasser zur Hilfe bei Stress nutzen. Mach’ Dir Deine Dusche zum Erlebnis, indem Du entspannende Musik einschaltest, das Licht dimmst, besonders gut duftendes Duschgel benutzt oder die Handtücher vorwärmst. Warmes Wasser entspannt die Muskeln, beruhigt das Nervensystem und hilft dabei, gedanklich vom Stressgeschehen abzuschalten – eine einfache, aber wirkungsvolle Sofortmaßnahme.
Soziale Kontakte
Bei Stress neigt man dazu, sich einzuigeln und sich nur noch auf die Stressverursacher zu konzentrieren. Dabei kann man viel zu schnell vereinsamen, was die negativen Gefühle noch verstärkt. In den geplanten Pausen sollte man deshalb regelmäßig darauf achten, sich mit anderen Menschen zu treffen. Ein Treffen mit Freunden oder der Familie sorgt nicht nur dafür, dass man zur Abwechslung durchatmen und entspannen kann. Oft hilft es auch, mit anderen die stressige Situation zu besprechen, um sie in einem ganz anderen Licht zu sehen und vielleicht neue Ansätze und Ideen zu finden!
Austausch als natürlicher Stresspuffer
Der Kontakt zu vertrauten Menschen wirkt wie ein natürlicher Puffer gegen Stress. Wer seine Sorgen ausspricht, empfindet sie oft als weniger erdrückend. Und gemeinsames Lachen – zum Beispiel beim Spieleabend oder einem Filmmarathon mit Freunden – ist eine der einfachsten und angenehmsten Formen der Stressbewältigung überhaupt.
Fazit: Erste Hilfe bei Stress beginnt im Kleinen
Natürlich ist es besser, wenn man übermäßigen Stress im Vorfeld vermeiden kann. Sollte das jedoch nicht möglich sein, darf man trotzdem nicht vergessen, regelmäßige Pausen einzuplanen und seine sozialen Kontakte zu pflegen. In stressigen Zeiten ist es außerdem wichtig, zu überlegen, welche Aufgaben man abgeben oder verschieben kann. Zu guter Letzt kann ein heißes Bad oder eine lange Dusche für schnelle Entspannung wirken!