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Wohnkonzepte gegen Stress: Feng Shui

Egal ob Unterstützung bei der Karriere, eine harmonische Beziehung, mehr Geld oder die Erfüllung eines Kinderwunsches – schenkt man zahlreichen Ratgebern Glauben, ist Feng Shui das ultimative Glücksrezept. Auch wer sich mehr Harmonie in den eigenen vier Wänden wünscht, sollte sich die Wissenschaft des Feng Shui einmal näher ansehen. So hilft das Konzept auch wenn es darum geht, Stress in der Beziehung, der Familie oder im Büro nachhaltig zu reduzieren.

Was ist Feng-Shui?

Die Lehre des Feng Shui ist mehr als 5000 Jahre alt, die Theorie wie deren Umsetzung in die Praxis komplex. Das Wort Feng Shui stammt aus dem Chinesischen und bedeutet übersetzt: Wind (Feng) und Wasser (Shui). Vereinfacht geht es aber beim Feng Shui darum, das Chi (auch: Qi) – eine Art Lebensenergie, die sowohl im Menschen selbst, als auch in seiner Umgebung existiert, miteinander in Einklang zu bringen. Chi bedeutet Lebenskraft.

Wie Chi Dein Leben beeinflusst

Das sogenannte Chi ist nicht statisch, sondern eine fließende Form von Energie. Chi findet sich aber nicht nur im Menschen, sondern auch in der Natur wieder. So besagt die Lehre des Feng Shui, dass der Mensch abhängig ist vom Austausch mit den elementaren Kräften der Natur: Erde, Feuer, Holz, Wasser und Metall. Werden diese Elemente gezielt in den eigenen vier Wänden eingesetzt, erhöht dies nach den Regeln des Feng Shui den Energiefluss, der sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt.

Feng Shui beschäftigt sich also zu einem großen Teil mit dem Chi beziehungsweise dem Energiefluss in Räumen. So geht die Lehre des Feng Shui davon aus, dass etwa durch die richtige Platzierung von Gebäuden auf einem Grundstück, die richtige Möblierung sowie eine durchdachte und individuelle Auswahl an Accessoires, wie etwa Bildern mit positiver Wirkung und Springbrunnen, ein Maximum an Chi zirkulieren kann.

Das Grundprinzip von Feng Shui: Die Kraft der Natur in die eigenen vier Wände zu hole, um die eigene Leistungsfähigkeit und die körperliche, sowie die geistige Gesundheit nachhaltig zu verbessern.

Yin- und Yang-Chi für mehr Erfolg und weniger Stress

Eine essentielle Eigenschaft des Chi ist dessen Polarität. Das Ziel von Feng Shui: Plus- und Minuspol werden ausgeglichen. Im Zusammenhang mit Feng Shui werden diese Pole als Yin- und Yang-Pol bezeichnet, wobei Yin für die weibliche-, Yang für die männliche Energie steht. Yin verkörpert Passivität, Dunkelheit und Ruhe, während Yang Ausdruck für Aktivität und Helligkeit ist.

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Wichtig ist, dass beide einander ergänzen und das eine Energiefeld, jeweils auch im Anderen enthalten ist. Keines ist also besser oder schlechter als das andere. Vielmehr sind beide Prinzipien essentiell, um die Energie ins Gleichgewicht zu bringen. Beide Energiepole werden im Feng Shui je nach Bedarf gefördert, etwa zur Stressreduktion.

Yin-Chi

Wer beispielsweise in seinem Schlaf- und Wohnzimmer schneller zur Ruhe kommen möchte, sollte das Yin-Chi in diesen Räumen fördern. Das gelingt am besten mit dunklen, ruhigen Wandfarben, weichen und runden Formen, Textilien mit verspielten Elementen wie Rüschen oder Quasten.

Gardinen und Vorhangschals schaffen eine entspannte Yin-Atmosphäre ebenso wie gedimmtes, warmes Licht. Auch Dekoration fördert Yin im Raum. Eine Yin-Einrichtung lädt zum Entspannen und Abschalten ein, sorgt für mehr Ausgeglichenheit und dafür, nach einem stressigen Tag schneller zu regenerieren.

Yang-Chi

Andersherum kann es sein, dass Du in Deinem Arbeitszimmer Yang-Energie fördern möchtest, um produktiver und erfolgreicher zu sein: Große Fenster, viel Licht und eckige Formen unterstützen das Yang-Chi im Raum. Das gilt auch für Textilien wie Leder oder harte Materialien wie Stein oder Hartholz.

Wichtig ist aber, stets den entgegengesetzten Pol zu berücksichtigen, da ein zu starkes Übergewicht negative Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit hat. So kann ein Arbeitsplatz der ausschließlich nach Yang – Prinzipien eingerichtet ist, schneller zu Hektik und Stress führen. In diesem Fall lohnt es sich, nachträglich etwas Yin-Chi am Arbeitsplatz zu erzeugen. Das funktioniert beispielsweise mit einem verspielten Zierkissen auf dem Stuhl, einem ovalen Briefbeschwerer oder einem runden Tablett als Ablagefläche. Auch eine Zimmerpflanze mit abgerundeten Blättern und Blüten unterstützt das Yin-Chi am Arbeitsplatz.

Gute oder gestörte Energie: Sheng-Chi und Sha-Chi

Das Chi, die Lebenskraft, umfasst mehrere Energiefelder. Diese haben jeweils unterschiedliche, positive sowie negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Negativ wirkt etwa das Sha-Chi, welches oft in Verbindung mit Streit, Missgunst und Krankheit auftritt. Katzen werden laut der Physiotherapeutin und Feng Shui Expertin Olivia Moogk von Orten mit erhöhtem Sha-Chi angezogen. Sha-Chi beschreibt dabei ein gestörtes Energiefeld, welches Wasseradern oder Elektrosmog begünstigen. Beim Menschen kann eine solche Störung Unruhe, Aggressivität oder Stress auslösen.

Lebenserhaltend sowie regenerativ wirkt hingegen das Sheng-Chi. Dieses ist mit hoher Wahrscheinlichkeit dort vorhanden, wo sich Menschen verstehen und ein gutes Miteinander herrscht. Auch Tiere wie Hunde oder Vögel halten sich gemäß der Lehre des Feng Shui gerne an Orten mit Sheng-Chi auf. Auf den Menschen wirkt das Energiefeld durchwegs positiv – Ausgeglichenheit, Reichtum und Gesundheit stellen sich ein. Praktisch: Mit den richtigen Accessoires ist es möglich den Anteil an Sheng-Chi im Raum „künstlich“ zu erhöhen.

Einrichten nach Feng Shui

Wer die eigenen vier Wände nach den Regeln des Feng Shui einrichten möchte, muss zahlreiche Komponenten berücksichtigen und diese jeweils auf die eigenen Bedürfnisse übertragen. Dennoch gibt es Grundlagen im Feng Shui, die Du einfach umsetzen kannst.

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1. Räume richtig aufteilen

Nach der Lehre des Feng Shui wird jedem Raum einer von acht Lebensbereichen zugewiesen. Die Ausrichtung in unterschiedliche Himmelsrichtungen begünstigt, das Sheng-Chi ungehindert fließt und positiv auf den Menschen wirkt. Den acht Lebensbereichen sind dabei jeweils eine Himmelsrichtung sowie damit verbundene Eigenschaften zugeordnet:

  • Norden: Lebensweg und Karriere
  • Nordosten: Wissen und Weisheit
  • Osten: Familie und Gesundheit
  • Südosten: Erfolg und Reichtum
  • Süden: Ruhm und Ansehen
  • Südwesten: Partnerschaft
  • Westen: Kreativität und Kinder
  • Nordwesten: Hilfreiche Freunde

2. Naturmaterialien verwenden

So ist es stets sinnvoll, natürliche Materialien in die Raumgestaltung zu integrieren, etwa Vorhänge aus Baumwolle, Leinen oder Seide. Auch Echtholzböden sowie Teppiche aus Schurwolle bilden Sheng-Chi und sorgen für Gesundheit und Wohlbefinden.

3. Spiegel gezielt einsetzen

Spiegel ebenso wie Kristalle gelten im Feng Shui als reflektierende Hilfs- und Heilmittel. So lenken sie schädigendes Sha-Chi ab, das beispielsweise aus Straßenlaternen oder spitzen Ecken heraus entstehen kann. Andererseits dienen Spiegel dazu, Chi in Räume zu leiten und die Energie im Raum in Fluss zu halten. Wichtig ist dabei, was sich im Spiegel reflektiert.

Spiegelt er eine schöne Aussicht oder gibt er einen Einblick in das aufgeräumte Wohnzimmer, wirkt er positiv auf den Raum und seine Bewohner. Spiegel erweitern enge und kleine Räume, nehmen das Gefühl von Druck und wirken auf diese Weise Stress entgegen. Vorsicht: Negativ wirken Spiegel im Schlafzimmer, insbesondere gegenüber des Bettes.

4. Klänge der Natur nutzen

Klänge aus der Natur haben gemäß Feng Shui heilende Eigenschaften. Beliebt sind etwa ein Zimmerbrunnen und Klangspiele aus Bambus. Letztere haben nach der Lehre des Feng Shui positive Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche je nachdem, in welchen Himmelsrichtungen sie hängen. Tonaufnahmen von Regen, zwitschernden Vögeln oder von raschelnden Bäumen im Wind haben überdies eine beruhigende Wirkung.

5. Ordnung schaffen

Damit Energie ungehindert fließen kann, gilt es ausreichend Freiraum zu schaffen. Möbel sowie Dekoration werden im Feng Shui sparsam eingesetzt, jeder Gegenstand hat eine klar definierte Funktion. Gerümpel bedeutet angestaute Energie. Diese wirkt sich negativ auf Glück und Wohlbefinden aus. Aufräumen bedeutet im Feng Shui nicht nur materielle Dinge auszusortieren, sondern auch inneren Ballast abzuwerfen.

Mehr Achtsamkeit im Alltag

Mithilfe reinigender Rituale gelingt es, inneren Druck abzubauen und Stress zu lösen. Feng Shui trägt somit nicht nur zu einer besseren Wohnatmosphäre bei, sondern lehrt den Bewohner achtsamer mit sich selbst sowie mit seiner Umgebung umzugehen. Rituale aus dem Feng-Shui sind dabei keinesfalls unbekannt. Vielmehr erinnern sie an Übungen, die sich etwa im Stressmanagement, sowie in Sachen Burnout Prävention und Stressbehandlung etabliert haben.

Ratgeber und Beratung

Der Beitrag gibt einen Überblick über Grundprinzipien des Feng Shui und zeigt, wie das Konzept zu besserer Lebensqualität beiträgt. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, gilt der Blick den Details. So braucht es zu Beginn eine genaue Analyse von Wohnverhältnissen und Störfaktoren, um sein Lebensumfeld nach den Prinzipien von Feng Shui zu gestalten. Dabei fließen eine Menge Faktoren mit ein – vom Standort der Wohnung oder des Hauses bis hin zum Geburtsjahr der Bewohner. Um nichts zu übersehen, solltest Du Dich zuvor intensiv mit Feng Shui befassen.

Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Wer das nötige Kleingeld hat, kann in eine individuelle Feng Shui Beratung investieren. Auch Kurse bieten eine gute Möglichkeit, sich intensiv mit der Materie zu befassen. Preiswerter sind Ratgeber zum Thema Feng Shui. Sie bieten einen guten Überblick zur Theorie und zeigen, wann und wie sie in der Praxis funktioniert.

Du suchst Entspannung in den eigenen vier Wänden? Neben Feng Shui gibt es weitere Wohnkonzepte gegen Stress: Hier zeigen wir Dir, wie Du mit Minimalismus oder dem Lifestyle-Trend Hygge entspannter wohnst.


Text: Natalie Grolig

Literatur:
Berufsverband für Feng Shui und Geomantie e.V.
Moogk, Olivia. Gesund mit Feng Shui. Lebenskraft in Harmonie mit der Natur. 2006, Lüchow Verlag. Stuttgart
Nollau, Nadja. Feng Shui. Du bist, wie du wohnst. Durch Entrümpeln zu innerer Klarheit. 2006, Knaur Ratgeber Verlag. München